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"Unser Land ist schon jetzt eines der Ärmsten"

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DAS PORTRÄT: EINE VON 16.000

Heute: Amani Musa, 29, Sudan
NGO-Mitarbeiterin und Wissenschaftlerin  aus Khartoum

 

"Hallo, geht's Dir gut?" fragt Amani mit scheuem Lächeln. Wie es komme, dass sie Deutsch spreche? "Ich plane schon seit 2005, in Deutschland zu studieren", sagt die Sudanesin. Einen Master in "Environmental Management" an der Universität Kiel wolle sie machen. Die Universität hat sie auch bereits akzeptiert, nur das Stipendium steht noch aus. "Ich bin voller Hoffnung, dass es demnächst klappt," sagt sie. "Jetzt hab ich ja auch schon zwei Sprachkurse gemacht."

In Kopenhagen ist Amani beruflich – sie kommt aus der Hauptstadt Khartoum und repräsentiert die "Sudanese Environment Conservation Society", eine Nichtregierungsorganisation, die Teil des Klimaforums ist. Seit 1975 setzt sich ihre Organisation für nachhaltige Entwicklung ein, möchte eine größtmögliche Partizipation aller gesellschaftlichen Gruppen erreichen. 

Eigentlich wollte sie die "People's Assembly on the People's Protocol on Climate Change" besuchen. Bei dieser Veranstaltung wurde gestern im Klimaforum ein Papier debattiert, das die marginalisierten Stimmen des globalen Südens bündeln möchte, um auf die Effekte des Klimawandels in diesen Ländern hinzuweisen. Leider sei sie gestern noch nicht in Kopenhagen gewesen. "Dafür haben wir das Papier zuhause im Sudan unterzeichnet."

Im Sudan tobt "der erste Klimakrieg"

Die Auswirkungen der Erderwärmung schlagen auch in Ammanis Heimatland Sudan voll zu Buche. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Krieg in der Darfur-Region als ersten Klimakrieg bezeichnet. Dürren in der Region werden immer häufiger, die Wüsten dehnen sich unaufhaltsam aus. Temperaturen von teils mehr als 50 Grad haben in diesem Jahr die Landwirtschaft vielfach unmöglich. "Unser Land ist schon jetzt eines der ärmsten der Welt," sagt Amani. Wenn jemand unter dem Klimawandel leidet, dann sie.

Hier im Klimaforum gebe es endlich die Möglichkeit, sich mit anderen Umweltschützern zu vernetzen: "Schön, dass hier so viele Menschen zusammenkommen, um gemeinsam gegen den Klimawandel zu kämpfen." Sie wolle auch noch die sudanesische Regierungsdelegation im Bella Center treffen, um mit ihnen zu diskutieren.

Alles in allem fühle sie sich von den Delegierten ihres Landes bisher recht gut vertreten: "Die tun schon, was sie können." Die Aussicht auf einen Klimavertrag, der auch die Belange armer Länder wie dem Sudan berücksichtigen, sieht Amani allerdings skeptisch. Ihre Reise hat sie trotzdem nicht bereut. "Als ich meinem besten Freund erzählte, dass ich auf die UN-Klimaverhandlungen reise, meinte er, ich schreibe jetzt Geschichte." LARS DITTMER

 

Mehr Porträts von Teilnehmer/innen finden Sie hier.

 

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