Resignation nach dem Desaster
Der US-Präsident spricht - und die Welt folgt dem Klima-Friedensnobelpreisträger nicht mehr. Amerika und Europa müssen sich eingestehen, dass die Welt sich wandelt und übliche Verhandlungsführungen zwischen den Industriestaaten auf dieser Ebene nicht gilt: China war mit seiner bekannten Position in die Verhandlungen gegangen und bis zum letzten Tag treu geblieben. Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung: "China ist als Weltmacht aufgetreten. Sie haben Stolz und nationales Selbstbewusstsein gezeigt."

Die Unbeweglichkeit Chinas war nahezu wörtlich zu verstehen: Regierungschef Wen Jiabao verließ nicht einmal sein Hotel für die Gespräche. Wollte man ihn treffen, wie Obama oder Merkel, musste man zu ihm anreisen. Aber die Unbeweglichkeit Chinas war nicht das Problem: Die USA, die sich nicht bewegen konnte und die EU, die sich nicht bewegen wollte, sind für den Stillstand mitverntwortlich.
Kopenhagen sei weit hinter dem Ziel zurückgeblieben, ein Kyoto-Nachfolgeabkommen zu verabschieden, erklärte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Es sei die Frage, "wie zielgerichtet können künftige Großkonferenzen noch arbeiten?" Die Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Landesbischöfin Margot Käßmann, rief dazu auf, im Engagement für den Klimaschutz nicht nachzulassen. Die Hilfswerke Misereor und "Brot für die Welt" sprachen von einer Katastrophe für die Entwicklungsländer. Hunger und Armut in Folge des Klimawandels würden in Kauf genommen.
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