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DUH will Müllkippen "beatmen"

Eine neue Methode zur Belüftung von Mülldeponien kann den Ausstoß von Millionen Tonnen Treibhausgas verhindern. Darauf hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am heutigen Mittwoch in Berlin hingewiesen. Zugleich forderte die Organisation Anreize für kommunale und private Deponiebetreiber, auf einen klimafreundlicheren Betrieb umzustellen. Denkbar wäre die Einbindung in den europaweiten Emissionshandel oder eine Finanzierung aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung, sagte Gerd Rosenkranz von der DUH.


Auch nach der Schließung von Müllkippe gehen die chemischen Umsetzungsprozesse noch jahrzehntelang weiter - und produzieren das extrem klimaschädliche Gas Methan. (Foto: Ropable / Wikimedia Commons)

Methan (CH4) ist mehr als zwanzig Mal so klimaschädlich wie Kohlendioxid. In alten Mülldeponien entsteht das Treibhausgas auch viele Jahre nach der Schließung noch durch langsame Zersetzungsprozesse. Die Ausdünstungen der rund 400 bis 600 deutschen Alt-Deponien richten nach DUH-Schätzungen jedes Jahr einen Klimaschaden an, der dem Ausstoß von acht Millionen Tonnen CO2 entspräche.

Eine vom Hamburger Ingenieurbüro für Abfallwirtschaft IFAS entwickelte neue Methode zur Deponiebelüftung kann die Stoffumsetzung in Deponien auf wenige Jahre verkürzen und die Methangasentwicklung deutlich reduzieren. Bei der bereits in einigen Deponien erfolgreich getesteten Methode wird über Rohrsysteme beständig Luft in den Deponiekörper geblasen. Diese "Beatmung" führt dazu, dass sich die chemische Umwandlung der organischen Abfälle verändert und beschleunigt - aus Methan wird das deutlich weniger klimaschädliche Kohlendioxid. 

Zur Finanzierung schlägt die Umwelthilfe die Einbindung der Deponien in den europäischen und weltweitern Emissionshandel vor. Deponiebetreiber, die sich zur Anwendung der Methode entschließen, sollen die eingesparten CO2-Äquivalente gutgeschrieben bekommen. Weitere Möglichkeiten seien ein "Nationales Programm Abfalldeponien und Klimaschutz" oder die Finanzierung aus dem "Energie- und Klimafonds" der Bundesregierung. "Die Zeit drängt", erklärte Rosenkranz, "weil jede Tonne Methan, die jetzt noch aus den Altdeponien in die Atmosphäre gelangt, über Jahrzehnte wirksam bleibt, und weil eine in Deutschland etablierte Methode zur Deponiebelüftung die Möglichkeit eröffnet, im Weltmaßstab gegen einen der wichtigsten Klimakiller vorzugehen."

klimaretter.info/vk

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