Die Zweite Hand für das Klima
Der Gebrauchtwarenhandel kann "ökologische Effekte" haben, allerdings hilft der Kauf von gebrauchten Produkten dem Klima zumeist nur dann, wenn sie bei der Nutzung ohne Strom und Wasser auskommen. Andernfalls ist das Alter der angebotenen Geräte maßgeblich für die Umweltbilanz, heißt es in einer Studie des Berliner Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), der Goethe-Universität Frankfurt und dem Boderstep Institut, die auf einer gemeinsamen Fachtagung "Wiedereinkaufskultur im Internet: Chancen für nachhaltigen Konsum" am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.
Prinzipiell trumpft die Zweitverwertung das Wegwerfen: Wer aber Kühlschränke, Notebooks oder anderes elektrisches Gerät gebraucht kauft, hilft dem Klima damit nicht unbedingt. (Bild: Screenshot)
Nur 20 Prozent der auf der Auktionsplattform ebay gehandelten Produkte verbrauchen im Betrieb Strom und Wasser. Der Kauf alter Geräte lohnt in der Regel nicht, da der Ressourcenverbrauch viel höher ist als bei neuen Produkten, so die Forscher. Das verschlechtere auch die Klimabilanz.
Insgesamt habe der Gebrauchtwarenhandel "positive ökologische Effekte" – aber nur, wenn tatsächlich gebrauchte statt neue Ware gehandelt werde. Der Umwelt- und Klimaschutz ist in der Regel für den Kauf nicht entscheidend. Dennoch gelten der Studie zufolge immerhin mehr als ein Fünftel der Konsumenten, die die Plattform von ebay verwenden, als "umweltorientierte Gebrauchtwarenkäufer".
"Das Konsumverhalten hat sich durch ebay messbar verändert", sagte Siegfriedt Behrendt. Der Leiter der Projektgruppe Ökologisches Wirtschaften des IZT sieht eine Tendenz zu höherwertigem Konsum. "Wegwerfen kommt für viele nicht in Frage – das bietet große Chancen, die Umwelt zu entlasten."
klimaretter.info/jot
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