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Verbraucher wollen haltbare Smartphones

Innovationen sind den Verbrauchern offenbar weniger wichtig als Haltbarkeit. Zu dem Ergebnis kommt die vorläufige Auswertung einer repräsentativen Umfrage der Technischen Universität Berlin. Die Wissenschaftler haben 2.000 Menschen zwischen 14 und 66 Jahren gefragt, auf was sie beim Kauf ihres aktuellen Smartphones und ihrer Waschmaschine geachtet haben. Das Ergebnis: Neun von zehn Konsumenten ist es wichtig, dass der Akku des Smartphones lange hält und dass das Gerät möglichst robust ist. Technische Neuerungen, das Design und die Marke hingegen waren weniger relevant. Auch beim Kauf von Waschmaschinen spielte die Haltbarkeit die größte Rolle, zusammen mit geringem Strom- und Wasserverbrauch.

BildDer wichtigste Aspekt bei der Auswahl eines Smartphones ist für viele Verbraucher nicht die Marke, sondern die Lebensdauer. (Foto: Sascha Israel/​Gilly Berlin/​Flickr)

"Obwohl sich die Konsumentinnen und Konsumenten Geräte mit einer langen Lebensdauer erhoffen und 80 Prozent der Befragten mehr Informationen darüber wünschen, bewerben die Hersteller kaum diese Geräteeigenschaften", sagte Melanie Jaeger-Erben, Leiterin der Forschungsgruppe. Stattdessen bekämen die Verbraucher immer wieder vermeintliche Innovationen präsentiert.

Die Befragung zeigte allerdings auch, dass viele Konsumenten kaum wissen, wie sie ihre Geräte pflegen müssen, um die Haltbarkeit zu verlängern: So wussten nur 40 Prozent, wie man dafür sorgt, dass der Akku eines Smartphones länger hält: Am schonendsten ist es laut den Wissenschaftlern, den Akku nicht komplett zu be- und entladen.

Elektrogeräte werden laut einer Studie des Öko-Instituts im Auftrag des Umweltbundesamts immer kürzer genutzt. Grund sei eine zu kurze Lebensdauer, aber auch, dass Konsumenten sich neue Produkte kaufen, obwohl die alten noch funktionieren.

Die Lebensdauer von elektronischen Produkten wirkt sich stark auf ihre Klimawirkung aus. Laut Umweltbundesamt stößt eine Waschmaschine, die fünf Jahre lang genutzt wird, bezogen auf den gesamten Produktlebensweg 40 Prozent mehr Treibhausgase aus und braucht mehr Energie als eine Maschine, die 20 Jahre lang genutzt wird. Eine mögliche höhere Energieeffizienz ist dabei schon eingerechnet. Grund ist, dass der Herstellungsprozess am meisten Energie kostet und die meisten Treibhausgase verursacht. So beträgt dieser Anteil beispielsweise bei einem Notebook, das fünf Jahre genutzt wird, immer noch rund 55 Prozent.

klimaretter.info/fme

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