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Energielabel: Künftig ohne "plus"

Die EU geht bei der Kennzeichnung des Energieverbrauchs von Haushaltsgeräten zurück zu den Ursprüngen: Ab August bezeichnen die Buchstaben A bis G alle zulässigen Energieeffizienzklassen, die sogenannten "Plusklassen" A+ bis A+++ werden schrittweise abgeschafft. Die bekannte Farbskala des Energielabels von Dunkelgrün bis Rot bleibt.

BildBald kommt der energieeffiziente Kühlschrank ohne "Plus"-Kennzeichnung in den Handel. (Foto: Dena)

Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner, Geschirrspüler, Fernseher sowie Lampen und Leuchten sind die ersten Produktgruppen, die umgestellt werden. Die technischen Anforderungen muss die EU-Kommission bis Januar 2019 erarbeiten. Erst danach werden die ersten Geräte mit dem neuen Energielabel auf den Markt kommen. Die EU rechnet damit, dass sich das überarbeitete Label ab Anfang 2020 im Handel findet.

Die Effizienzklasse A soll bei der Einführung des Labels zunächst nicht besetzt werden. Dadurch sollen die Hersteller noch Anreize bekommen, die Energieeffizienz ihrer Produkte zu verbessern. Wenn 30 Prozent der in der EU verkauften Produkte in die Effizienzklasse A oder 50 Prozent in die Klassen A und B fallen, soll künftig eine Neu-Skalierung erfolgen.

Die reformierten Vorgaben sollen mehr Klarheit für die Verbraucher schaffen. Über das entsprechende Gesetz hatten das Europäische Parlament und die Mitgliedsstaaten bereits im Juni eine Einigung erzielt. Im EU-Parlament stimmten danach 535 Abgeordnete für den Vorschlag, nur 46 waren dagegen; 79 Parlamentarier enthielten sich. 

Das erste Energielabel mit einer Skala von A bis G hatte die EU 1994 eingeführt. Diese Kennzeichnungsskala wurde später bis A+++ ausgeweitet, weil sich die Energieeffizienz der Produkte verbesserte und fast alle Produkte die beste Effizienzklasse erreichten. Allerdings erhöhten die "Plusklassen" kaum die Motivation der Verbraucher, energieeffiziente Produkte zu erwerben. Deshalb ersetzt die EU das starre System nun sieben Jahre nach der Einführung durch ein dynamisches. Nach Angaben der Kommission könnten mit der neuen alten Kennzeichnung 200 Milliarden Kilowattstunden eingespart werden.

klimaretter.info/kir

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