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Gebühr kann Millionen Kaffeebecher sparen

Wenn Einweg-Kaffeebecher mehr kosten, greifen Kunden eher zum wiederverwendbaren Becher, haben britische Wissenschaftler herausgefunden. Es bringt allerdings nichts, die ökologisch sinnvolleren wiederverwendbaren Trinkgefäße einfach im Vergleich zum Normalpreis billiger zu machen: In der Studie, die von der Universität Cardiff im Auftrag einer Kaffeerösterei durchgeführt wurde, hatte das keine Auswirkungen auf die Entscheidungen der Kunden.

BildStündlich werden in Deutschland 320.000 Coffee-to-go-Becher benutzt – sie landen im Müll. (Foto: Martin Ibert/​Flickr)

"Die Menschen sind viel sensibler für Verluste als für Gewinne, wenn sie Entscheidungen treffen", sagte Wouter Poortinga, Leiter der Studie. "Wenn wir das Verhalten der Kunden wirklich ändern wollen, ist es wahrscheinlich effektiver, eine Extra-Abgabe für den Wegwerfbecher zu verlangen." In dem Café, das die Wissenschaftler untersuchten, konnte dadurch der Anteil von wiederverwendbaren Bechern von fünf auf 17 Prozent gesteigert werden. Unterstützt wurde die Gebühr durch Hinweise auf die Umweltschäden durch Wegwerfbecher.

Laut den Wissenschaftlern könnten in Großbritannien auf diese Weise pro Jahr bis zu 300 Millionen Wegwerfbecher eingespart werden. Insgesamt werden dort nach Schätzungen jährlich 2,5 Milliarden Becher verbraucht. In Deutschland sind es nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) 2,8 Milliarden im Jahr – das sind 320.000 Einwegbecher pro Stunde. Die DUH fordert seit Jahren eine Abgabe auf jeden Wegwerfbecher in Höhe von 20 Cent.

klimaretter.info/fme

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