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A+++: EU geht zurück in die Zukunft

Für Verbraucher soll es künftig leichter werden, sich für ein energiesparendes Gerät zu entscheiden. Dafür will die EU die bisherigen Labels, die von A+++ bis D reichen, abschaffen und durch eine einfache Skala von A bis G ersetzen. Darauf verständigten sich Vertreter des Europaparlaments und der EU-Staaten. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag mit. Die Neuerung soll in circa zwei Jahren greifen.

BildAuf den ersten Blick ist so einer Waschmaschine nicht anzusehen, ob sie ein Energieschlucker ist. (Foto: Xlmena/Flickr)

Hintergrund ist, dass die bisherigen Kennzeichnungen für den Energieverbrauch als verwirrend und schwer verständlich gelten. Die Verbraucher könnten nicht erkennen, worin sich ein Gerät mit dem Label A+ von einem mit dem Label A++ unterscheidet, heißt es. Wird die Kennzeichnung vereinfacht, werde das dazu führen, dass mehr energieeffiziente Geräte gekauft werden, hofft die Kommission.

"Die Vereinbarung ist eine gute Nachricht für die Verbraucher und die Unternehmen Europas, für unsere Energierechnung und für das Klima", kommentierte EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete das neue Konzept. Hersteller und Händler könnten einen zusätzlichen Umsatz von 65 Milliarden Euro jährlich erwarten, schätzt Arias Cañete. Haushalte könnten knapp 500 Euro im Jahr sparen – wenn sie effizientere Elektrogeräte anschaffen. 

Mit der Reform kehrt die EU zu dem Kennzeichnungsmodell zurück, das bereits mit Beginn der Label-Einführung galt. Von 1994 bis 2003 gab es nur die Effizienzklassen A bis G. Die zusätzlichen Plus-Klassen wurden erforderlich, weil das Modell nicht dynamisch war: Kamen Geräte auf den Markt, die effizienter waren als die bisherigen Geräte mit einem Label A, konnte deren größere Sparsamkeit innerhalb des Modells nicht deutlich gemacht werden. Folglich wich man auf die Kennzeichnung mit immer mehr Plus aus, sodass schließlich relativ ineffiziente Geräte immer noch ein A bekamen.

Das soll sich in Zukunft ändern. Die Kriterien sollen nachjustiert werden, damit A dauerhaft die beste Klasse bleiben kann. Wie genau das geschehen soll, ist allerdings noch nicht klar. Immerhin ist der Aufbau einer Produktdatenbank geplant, mit deren Hilfe sich Verbraucher und Marktüberwachungsbehörden leichter über die gelabelten Produkte informieren können.

klimaretter.info/vk

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