Hamburg kauft ökologischer ein

Im Koalitionsvertrag mit der SPD haben Hamburgs Grüne ihre wichtigsten Umwelt- und Klimaschutzanliegen letztes Jahr nicht unterbringen können. Nun hat es ihr Umweltsenator Jens Kerstan immerhin geschafft, die Hansestadt zum Vorreiter eines ökologischeren Beschaffungswesens zu machen. Ein neuer Leitfaden legt auf 150 Seiten höhere Umwelt-Standards bei Einkauf und Vergabe fest. Hamburg gibt in diesem Bereich jährlich 250 Millionen Euro aus.

BildGut 200 Millionen Blatt Kopierpapier verbraucht Hamburgs Verwaltung pro Jahr. Das geht auf jeden Fall ökologischer! (Foto: Christian Schnettelker/Flickr)

Mit dieser "Einkaufsmacht" könne Hamburg dafür sorgen, dass umweltschädliche Produkte seltener verkauft werden und nachhaltige Produkte mehr Akzeptanz bekommen, erläuerte Kerstan die Leitfaden-Idee. Bei den Kaufentscheidungen der Stadt sollen nun "verbindliche Umweltkriterien wie Rohstoffverbrauch, Langlebigkeit oder Transportwege eine noch wichtigere Rolle" spielen. Das trage auch zum Klimaschutz bei, sagte der Umweltsenator.

So soll beispielsweise der Fuhrpark der Stadt bis 2020 zur Hälfte aus E-Autos bestehen. Derzeit sind 24 Prozent der 315 Mittelklasse-Pkw der Verwaltung Elektrofahrzeuge. Der Anteil an Recyclingpapier bei den 206 Millionen Blatt Kopierpapier, den die Stadt jährlich verbraucht, soll von derzeit 66 Prozent "weiter erhöht" werden. Insgesamt soll der Lebenszyklus eines Produkts genauer betrachtet werden. Dazu enthält der Leitfaden Kalkulationsblätter zum Durchrechnen einer Lebenszyklusanalyse.

Ähnliche Standard-Verschärfungen stehen Deutschland insgesamt bevor. Die neue Vergaberichtlinie der EU, die auf mehr Nachhaltigkeit dringt, muss bis April in nationales Recht umgesetzt werden. Hamburg hat dies für die ökologischen Aspekte jetzt schon getan.

klimaretter.info/vk

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