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Coca-Cola nimmt Mehrweg weg

Der Getränkekonzern Coca-Cola wird Teile seines Flaschensortiments in Deutschland von Mehrweg auf Einweg umstellen. Nachdem Medien vorab über entsprechende Informationen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) berichtet hatten, bestätigte das Unternehmen entsprechende Pläne zumindest teilweise. 

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Einweg- oder Mehrweg-Verpackungen wie diese PET-Mehrwegflaschen gelten dann als "ökologisch vorteilhaft", wenn sie bei der Herstellung wenig Energie und Ressourcen verbrauchen und wenig CO2 produzieren. (Foto: Coca-Cola Deutschland)

Die 0,5- und 1,5-Liter-Mehrwegflaschen aus der Polyethylen-Verbindung PET sollen künftig aus dem Sortiment fallen. Sie sollen durch Mehrweg-Alternativen oder Einwegvarianten ersetzt werden. Eine Abschaffung der Ein-Liter-PET-Mehrwegflasche sei aber nicht geplant, so Coca-Cola Deutschland.

Der Getränkeriese begründet den Schritt mit Effizienzgewinnen. Die Verwendung von nur noch einer Mehrwegverpackungsgröße erlaube bessere Abfüllabläufe. Außerdem müssten weniger leere Kisten transportiert werden, da die 0,5-Liter-Mehrwegflaschen als "Produkt für unterwegs" oft an anderen Orten zurückgeben würden als dort, wo sie gekauft wurden. Für die DUH dagegen zielt Coca-Cola mit dem Umstieg auf billigeres Einweg vor allem auf Marktgewinne bei den Discountern ab. Außerdem ließen sich so Arbeitsplätze einsparen, da der Vertrieb von Mehrweg mehr Mitarbeiter benötigt, wie die DUH vermutet.

Angesichts der Markführerschaft von Coca-Cola befürchtet die DUH nun einen negativen Vorbildeffekt für die ganze Branche. DUH-Chef Jürgen Resch forderte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf, dem Ausstieg aus dem Mehrweg entgegenzutreten. Die Einführung einer Sonderabgabe auf Einweggetränkeverpackungen von 20 Cent und die deutliche Kennzeichnung der Verpackungsart auf den Produkten seien geeignete Maßnahmen, um die von der Politik angestrebte Mehrwegquote von 80 Prozent zu erreichen.

Der Mehrweg-Anteil bei den Getränkeprodukten nimmt seit Jahren stetig ab: 2012 betrug er laut den jüngsten Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) noch 46 Prozent, in der Untergruppe der Erfrischungsgetränke sogar nur noch 28 Prozent. Coca-Cola Deutschland selbst wirbt mit einer Mehrwegquote von 56 Prozent bei seinen Erfrischungsgetränken – die durch die neuen Einwegpläne nun aber sinken wird. Das Unternehmen verweist darauf, dass inzwischen auch Einwegverpackungen im Rahmen des Pfandsystems fast vollständig erfasst und recycelt werden könnten. Laut den UBA-Angaben ist der tatsächliche Marktanteil sogenannter "ökologisch vorteilhafter" Einweg-Produkte aber sehr gering: Insgesamt liegt er bei nur 1,3 Prozent, für Erfrischungsgetränke bei drei Prozent.

klimaretter.info/mst

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