Schweiz will Luxus dimmen
In der Schweiz soll die Energiewende jetzt auch durch ernsthafte Einsparmaßnahmen vorangebracht werden. Vor allem die elektrische Beheizung von Außenräumen solle verboten oder mit "sehr rigorosen Auflagen" versehen werden, schlägt das Bundesamt für Energie (BfE) in Bern vor. Speziell für Luxusanwendungen propagiert das BfE ökologische Auflagen, etwa eine Ökostrompflicht für Klimaanlagen und Einschränkungen für energieintensive Freizeiteinrichtungen – namentlich den Sommerbetrieb von Kunsteisbahnen. Einen bunten Strauß von solchen Vorschlägen präsentiert das Amt nun unter dem Titel "Energiestrategie 2050 – erstes Maßnahmenpaket". Man wolle damit die politische Debatte über Energieeffizienz voranbringen, sagte eine Sprecherin des BfE. Das Bundesamt hat zu diesem Thema allerdings nur beratende Funktion, umsetzen können die Ideen nur die Kantone.

So funktionieren Kunsteisbahnen, erklärt Wikipedia – leider auch im Sommer, findet das Bundesamt für Energie in Bern und will wenigstens ökologische Auflagen für solche Luxusbetriebe durchsetzen. (Grafik: Wwip/Creative Commons)
Man müsse vor allem "Anlagen wie Whirlpools, Sauna und Anwendungen im Freien, die einen erhöhten Komfort bieten, aber nicht zwingend sind", in die Pflicht nehmen. Geschehen könne dies etwa, indem die Anlagen ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Beleuchtungen in Schaufenstern sollen ebenso wie Leuchtreklamen zeitlich begrenzt werden, Stromheizungen und elektrische Durchlauferhitzer sollen aus dem Verkehr gezogen und Saunas auf Ökostrom verpflichtet werden. Bei der Fassadenbeleuchtung empfiehlt das Bundesamt für Energie ein Leistungslimit und Einschränkungen bei der Betriebsdauer – sofern man die Fassadenbeleuchtung nicht grundsätzlich infrage stelle. Auch bei der Straßenbeleuchtung setzt das BfE auf Grenzwerte für die Leistung pro Fläche.
Außerdem regt die Behörde an, die Verwendung von Strom für Raumwärme und Warmwasser ab 2020 zu verbieten. Solche Anwendungen könnten schließlich "größtenteils durch erneuerbare Energien substituiert werden". Hintergrund ist die Entscheidung der Eidgenossen aus dem Jahr 2011, die fünf Atomkraftwerke des Landes "am Ende ihrer Betriebsdauer" stillzulegen und keine neuen Reaktoren mehr zu bauen. Parallel dazu soll der gesamte Energieverbrauch im Land bis 2035 gegenüber dem Jahr 2000 um 35 Prozent reduziert werden.
klimaretter.info/Bernward Janzing
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