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Kühlschrankhersteller bleiben Klimakiller

Vermeidbare 5,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente: Bosch-Siemens, Bauknecht, Miele & Co. schlampen beim Recyclen und Entsorgen von FCKW als alten Kühlgeräten.

Aus Berlin Sarah Messina

Fast sechs Millionen Tonnen Kohlendioxid könnten der Atmosphäre erspart bleiben, wenn Kühlgerätehersteller für die ordnungsgemäße Entsorgung von FCKW sorgen würden. Nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unterlaufen Bosch-Siemens, Miele, Bauknecht, Electrolux, Liebknecht & Co. jedoch seit Jahren die Einhaltung der Recyclingstandards für die extrem klimawirksamen Fluochlorkohlenwasserstoffe. Nur 40 bis 60 Prozent der FCKW werden demnach in deutschen Recyclinganlagen tatsächlich zurückgewonnen und richtig entsorgt.


5,9 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente werden durch FCKW-Emissionen aus alten Kühlschränken freigesetzt, kritisiert die DUH. (Foto: Dena)

Als Kälte- und Isoliermittel in Kühlgeräten sind FCKW bereits seit den 1990er Jahre verboten. Dennoch enthalten auch heute noch im Schnitt drei von vier ausrangierten Kühlschränken oder andere Haushaltskühlgeräte FCKW. Bekannt sind die Fluorchlorkohlenwasserstoffe vor allem für ihre Schädlichkeit im Hinblick auf die Ozonschicht. FCKWs sind jedoch auch extrem klimawirksam und als Treibhausgase bis zu 10.000 Mal schädlicher als Kohlendioxid.

Um Klima- und Ozonschicht schädigende FCKW-Emissionen aus alten Kühlschränken zu vermeiden, sind Hersteller von Kältegeräten gesetzlich zur ordnungsgemäßen Entsorgung von Altgeräten verpflichtet. Stand der Technik in Europa sei eine 90-prozentige Erfassung und Entsorgung, kritisiert die DUH: In deutschen Kühlgeräterecyclinganlagen würde jedoch gerade einmal eine Quote von 40 bis 60 Prozent erreicht. Insgesamt werde die Atmosphäre so mit etwa 5,9 Millionen Tonnen vermeidbarer Kohlendioxid-Äquivalenten belastet.

Die Umweltministerien der Länder nehmen es mit der Kontrolle des offenbar nicht so genau

Ende 2009 hatte die Deutsche Umwelthilfe den Herstellern schon einmal auf die Finger geschaut und war zu ähnlich schlechten Ergebnissen gekommen. Verändert hat sich seitdem aber offenbar nicht die Recyclingpolitik von Bosch-Siemens, Miele & Co., sondern das "Desinteresse der obersten Umweltbehörden der Länder", kritisiert DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Im Gegensatz zur Umfrage 2009 bei den Bundesländern hätten nur noch zwei Drittel der Länder in der aktuellen Befragung überhaupt keine oder nur lückenhafte Angaben zur Einhaltung der FCKW-Entsorgung machen können.


Bei der fachgerechten FCKW-Entsorgung aus Kühlschränken und Gefriertruhen haben Österreich, Luxemburg, die Schweiz und viele skandinavische Staaten Deutschland einiges voraus. (Foto: JosefLehmkuhl/Wikimedia)

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI) hatte allerdings bereits am Freitag auf eine eigene Studie zur Qualität der Kälteverwertung in Deutschland verwiesen. Dabei kommt der Branchenverband auf eine Rückgewinnungsquote von 81,3 Prozent und liegt damit nach eigenen Angaben "erheblich über den von der DUH verbreiteten Werten von 44 bis 58 Prozent".

Die DUH kritisierte das als "plumpen Versuch, von den seit Jahren bestehenden Defiziten beim Kühlgeräterecycling abzulenken". Selbst in "guten deutschen Kühlgeräterecyclinganlagen" und unter optimalen Bedingungen werde der europäische Stand der Technik nicht eingehalten, so die Kreislaufwirtschafts-Expertin der DUH, Maria Elander.


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