Konzerne, kleine Leute und Peter Altmaier
Immer wieder samstags: Unsere Herausgeber erzählen im Wechsel, was in der vergangenen Woche wichtig für sie war. Heute: Hans und Werner Thoma, Familienunternehmer aus der Oberpfalz.
Thomas Woche

Am Montag trifft sich die internationale Staatengemeinschaft in Doha, um – nun schon zum 18. Mal – über Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verhandeln. Und, natürlich, über deren Finanzierung. Mit großen Fortschritten ist nicht zu rechnen. Großveranstaltungen wie diese seien sogar eine "diplomatische Sackgasse", meinte der Klimaforscher Ottmar Edenhofer dazu im Gespräch mit klimaretter.info.
Hat er recht? Und wenn ja, wie könnte man es besser machen?
Vor allem müsste man versuchen, kleine, regionale Projekte noch gezielter zu fördern, da diese deutlich unabhängiger von Regierungen, Verwaltungen und Bürokratie sind. Außerdem haben die Bürger vor Ort hierdurch einen persönlichen Bezug zu den Projekten. Einsprüche, Klagen und ähnliches sind dann weniger häufig.
Auch können kleine Solaröfen in Afrika oder kleine Photovoltaik-Anlagen in unzugänglichen Gegenden wahre Wunder bewirken. Zum Beispiel ermöglichen sie die Elektrifizierung von Krankenhäusern. So entfallen die Kosten für Stromleitungen, die für solche Gegenden unverhältnismäßig teuer sind. Mit Solarenergie greifen die Menschen dort sehr viel weniger auf dieselbetriebene Stromgeneratoren zurück, die nicht nur stinken und CO2 produzieren, sondern auch von teuren fossilen Brennstoffen abhängig machen.
Es gibt viele solcher Möglichkeiten, aber "leider" würden die Leute ja dann unabhängig von den Krakenarmen der Großkonzerne und diese könnten nichts mehr an ihnen verdienen.
Der Energiebedarf in der EU könnte bis 2050 um fast zwei Drittel reduziert werden – allein mit energieeffizienten Maßnahmen, so eine aktuelle Studie für das Bundesumweltministerium. Damit könnten nicht nur CO2-Emissionen eingespart werden, sondern auch 500 Milliarden Euro. Eine gute Nachricht – warum hapert es bei der Umsetzung?
Energiesparen ist einfach nicht so "sexy" wie zum Beispiel der Ausbau der erneuerbaren Energien. Außerdem wird damit auch nicht so viel verdient wie bei großen Anlagen. Die Bürger würden weniger Energie verbrauchen, was wiederum bedeutet, dass die Konzerne weniger verdienen. Folglich haben diese gar kein Interesse an niedrigen Verbräuchen. Dabei könnte allein die Abschaffung von Standby-Schaltungen ganze Kraftwerke ersetzen.
Und was war Ihre Überraschung der Woche?
Die kritische Reaktion von Bundesumweltminister Peter Altmeier (CDU) auf die Strompreiserhöhungen der Stromanbieter. Es wäre schön, wenn den deutlichen Worten auch Taten folgen. Angesichts des politischen Portfolios dieser Bundesregierung gibt es aber leider wenig Hoffnung auf konkrete gesetzgeberische Veränderungen. Wenigstens ist es atmosphärisch nicht mehr so ungemütlich wie beim früheren Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). Ob die Umwelt aber davon wirklich etwas hat, muss sich erst noch zeigen.
Fragen: vk
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Im Anschluss an seinen runden Tisch zum Thema Energieeffizienz am Dienstag will Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) allen Deutschen eine Energieberatung anbieten und sie so zu mehr "Bewusstsein" für das Thema erziehen. Schon jetzt aber bieten die Verbraucherzentralen ein umfassendes Angebot zur Energieberatung an. Die Beratung kostet nicht viel Geld und ist für einkommensschwache Haushalte auch jetzt schon kostenlos. Nur wahrnehmen müsste die Bevölkerung das Angebot noch besser, findet Juliane Dorn, Leiterin Energieberatung der Verbraucherzentrale Sachsen.
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Aufruhr in der grünen Szene: Nachdem die FDP zu Wochenbeginn ihren Vorschlag zur Einführung eines Quotenmodells in Deutschland präsentiert hat, laufen Erneuerbare-Energien-Verbände, Grünen-Politiker und Umweltschützer Sturm gegen den Vorstoß aus dem Regierungslager.
Gutes Licht zum Lesen und stabilen Strom zum Aufladen des Handys: Die Installation von Solaranlagen erleichtert das Leben in den ländlichen Regionen Kameruns. Noch ist die solare Energieversorgung oft nur mit ausländischer Unterstützung möglich. Aber auch die Regierung in Yaoundé fördert die Verbreitung von Solaranlagen.
Das Vergleichsportal Check24 vermeldet durchschnittlichen Preisanstieg von 25 Prozent in vergangenen fünf Jahren
In dieser Woche trafen sich Umwelt- und Sozialverbände, um über das drängendste Problem der Energiewende zu diskutieren – die Frage nämlich, wie das Großprojekt fair und sozial gerecht gestaltet werden kann. Die Konzepte beider Seiten liegen gar nicht so weit auseinander.
Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitsgruppe "Bioenergie" der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle
Wiederaufforstung und Umweltbildung setzt Pablo Agbogan in Togo gegen den Klimawandel. Steigende Temperaturen und ausbleibender Regen sind
Die Linksfraktion im Bundestag hat ein Konzept vorgelegt: "Wie die Energiewende sozial wird". Zentrale Forderungen sind die Kürzung der milliardenschweren Industrierabatte und kostenlose Stromgrundkontingente für alle Haushalte. Derjenige, der viel Strom verbraucht, soll endlich auch mehr zahlen müssen, sagt die stellvertretende Parteivorsitzende Caren Lay.
Die Erderwärmung zwingt immer mehr Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen: Bis 2050 rechnet die Internationale Organisation für Migration mit bis zu einer Milliarde Menschen, die umweltbedingt auf der Flucht sein werden. Die reichen Länder müssen ihnen besseren Schutz bieten, sagt Michael Lindenbauer, Vertreter des UN-Flüchtlingskommissariats für Deutschland
DIW-Expertin Claudia Kemfert macht die Bundesregierung für steigende Strompreise verantwortlich
Zwei Einmal-Effekte sorgen dafür, dass die EEG-Umlage drastisch steigt: Die Liquiditätsreserve und ein "Prognosefehler" für das Jahr 2012 machen 38 Prozent der Steigerung aus – oder 0,7 Cent je Kilowattstunde. Größter Einzelposten ist aber der rasante Ausbau der Solarkraft: 29 Prozent oder 0,6 Cent.

