Kröten schlucken bei der Klima-Allianz
So ein bisschen fühlt man sich an die Koalitionsverhandlungen der Grünen mit den Sozis erinnert: Was haben Grüne alles für Kröten geschluckt, um an die Macht zu kommen. Für ein Ministerium verkauft man seine Grüne Seele, seine Grünen Versprechen, seine Grünen Wurzeln. Neurdings verkauft sich die bündnisgrüne Seele sogar an die Schwarzröcke. Da werden dann die schwarzen Kröten geschluckt. Und die – das weiß doch jedes Kind – bringen den schwarzen Tod mit sich.
Nun drangen sich Kröten in Form von grünen Dollarscheinen in den weit geöffneten Schlund der Klima-Allianz. Eine neue Stiftung mit alten Bekannten brachte einen wahren Geldsegen über die deutsche Klimaallianz. Na gut, das Geld ist vielleicht nicht so ganz sauber, wie man es gerne hätte – aber wer erfährt das schon? Und wer weiß schon, was Hedgefonds sind - aus denen ein Teil des Geld kommt? Und erst recht kriegt keiner mit, dass diese Fonds auf der anderen Seite des Globus das Geld mit Kohlekraftwerken zu verdienen.
Also! Her mit den Kröten. Nur sie können die Klima-Allianz aus der Bedeutungslosigkeit holen. Auf der hohen Stirn stehn die Dollar-Zeichen: Das tun doch viele. Das tun doch alle. Geld nehmen aus dubiosen Quellen. Hauptsache, es dient dem Guten. Jedes Geld ist doch irgendwie dreckig. Besser wir nehmen es, als die anderen.
Und so wird auch der Klima-Gutmensch zum Krötenschlucker.
Dabei springt dann auch schon mal der eine andere vom Teller, der sonst mit gekocht hat. Egal. Wir sind immer noch viele. Und man hat doch lieber hundert kleinere Gruppen an Bord, als eine große, die auch noch mitbestimmen will. So wird man die Quertreiber auch los. Man kennt ja ihre Grenzen. Da braucht man gar nicht lange kitzeln. Und schwupps! Einer weniger, der mehr machen will, der lieber Leute auf die Straße bringt als mit Merkel zu frühstücken. Bei Geld hört eben die Freundschaft auf.
Ja das liebe Geld. Das macht jetzt immerhin möglich, dass ein frischer Wind in der Klima-Allianz weht: Ab sofort sorgen zwei frische Neuzugänge für Lobbyarbeit und Campaigning und eine frische Agentur für neue Logos und Flyer. Damit es nicht wieder so peinlich wird wie zum letzten Klima-Aktionstag, als eine kleine handvoll immer dieselben Leute vor immer denselben Demo-Rednern steht und immer dieselben Sprüche skandiert.
Mögen die Neuzugänge frisch bleiben und sich nicht schwarz ärgern.
Sabine Zimpel, 37, ist Campaignerin für den Klimaschutz
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