Kein Dach über dem Kopf
Es gibt keinen Bauwagen für die Umweltbande Umpfelgrumpfel. Zumindest nicht von der Stadt Schorndorf. Kann ja sein, dass die Stadt uns das ganz öffentlich versprochen hat - bei einer Lesung der Klimaretter hier im Rathaus - einer guten Idee ein gutes Dach zu spendieren... ermutigende Worte gab es seither jede Menge. Unter anderem auch vom Bürgermeister Matthias Klopfer (SPD) und der Redaktion der Schorndorfer Nachrichten. Trotzdem ist es Essig mit dem Bandentipi: Die Umpfelgrumpfels bleiben ohne Dach über dem Kopf.
Zur Erinnerung: Die Umpfelgrumpfels interessieren sich für's Klima. Deshalb starten die zukunftshungrigen Teenies eine Ausbildung zum Klima-Detektiven. "Den Power-Klauern auf der Spur" lautet das Thema. Unterkategorien sind: Woher kommt eigentlich unser Strom? Gibt es ökologische Alternativen und wenn ja: welche? Wo genau verstecken sich die Power-Klauer? Wer die Ausbildung erfolgreich schafft, bekommt den Klimadetektivsausweis - um den Schorndorfer Bürgern zu zeigen, wo sie Geld sparen und dabei das Klima retten können.
Sie meinen: Eine Gute Idee? Findet auch der Bürgermeister. Trotzdem bekommt die Bande keine Unterstützung. Gerade noch zugesagt, muss der Bürgermeister, jetzt, wo es konkret wird, leider absagen. Das mit dem Bauwagen war nicht so gemeint. O-Ton Bürgermeisteramt: "Trotzdem wollen wir mithelfen, dass Ihr geplantes Projekt ein Erfolg werden kann." Der Rat: "Bei schlechtem Wetter haben Sie (also die Umpfelgrumpfels) die Möglichkeit, die öffentlich zugänglichen Schutzhütten aufzusuchen."
So müssen wir halt schauen, wohin mit unseren Sachen. Denn uns kann nichts mehr aufhalten. Schließlich wissen wir, dass die, die sich Erwachsene nennen, heute jeden Tag unsere Zukunftschancen schmälern. Die Umpfelgrumpfels werden Wind und Wetter trotzen! Für uns geht es um viel: 2050, wenn Deutschland 80 Prozent weniger Kohlenioxid ausstoßen darf als 1990, sind wir so alt, wie manche Stadträte heute.
Deshalb startet am Wochenden die Aktion "Klimadetektive - Den Powerklauern auf der Spur". Im Haus eines Vorstandes des BUND geht es auf die Jagd nach Energiefressern im Haushalt! Unter der Woche darf jedes Kind ein Strommessgerät mit nach Hause nehmen, um sich im elterlichen Haushalt mal umzuschauen. Bei dem nächsten Klimadetektivtreffen geht es dann ab in ein Elektrogeschäft. Auch die Presse wird anwesend sein. Nun kann man die neusten der neusten Geräte, oder auch etwas ältere auf ihren Verbrauch und ihre "Stand-by" Verluste kontrollieren.
Später gilt es, zu erfahren, wie aufwändig es eigentlich ist, Energie zu produzieren. Am besten eignet sich hierfür ein Fahrrad, dessen Dynamo z..B. an eine Kaffeemaschine angeschlossen wird. Werden die Umpfelgrumpfels es schaffen genügend Energie für einen Kaffee herzustellen? Und: Werden Sie dabei im Regen stehen?
Wichtig für eine Prognose ist der Wetterbericht. Vom Bürgermeister jedenfalls ist nichts zu erwarten: Er will mithelfen, dass das Nachwuchs-Projekt ein Erfolg werden kann. Den ersehnten Bauwagen aber gibt es nicht.
Trotzdem.
Silvia Hämmerle absolviert beim BUND in Baden-Würtemberg ein Praktikum.
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