2.000.000.000.000 Euro Schulden
Reimers kleine Zahlenkunde
Mit 1.998,8 Milliarden Euro hat der Schuldenstand von Bund und Ländern 2010 ein neues Rekordhoch erreicht. Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, dass im vergangenen Jahr die Schulden gegenüber 2009 um 18 Prozent gestiegen sind. 18 Prozent, das sind 303.400.000.000 Euro.
303,4 Milliarden Euro neue Schuldenlast in nur einem Jahr - jeder Deutsche ist damit statistisch gesehen derzeit um 24.600 Euro verschuldet. Allerdings unterscheiden sich die Mentalitäten: Die Sachsen beispeilsweise bauten 2010 Schulden ab. Dort schlägt sich jeder statistisch gesehen mit 1.566 Euro Landesschuld herum. In Nordrhein-Westfalen dagegen nahm die Schuldenlast 2010 um 40 Prozent zu: Da hat jeder etwa 10.000 Euro Landesschuld.
Die Zahlen belegen ähnlich wie bei der Erderwärmung ein grundsätzliches Politik-Versagen. Kann ja sein, dass die politische Klasse über "Schuldenbremse" oder "Haushaltskonsolidierung" palavert. Tatsächlich lebt sie auf Kosten unserer Kinder. Nach dem Motto: "Was kümmert mich heute Klimawandel oder Zinslast" wird geprasst und geprasst und dann gleich nochmal.
Steuern heißen eigentlich deshalb so, weil das handelnde Personal damit das Gemeinwohl steuert. Eine Politik der Steuersenkung ist in Zeiten leerer Kassen also nichts anderes als unterlasses Handeln.
Man könnte ja mal über eine Steuer nachdenken, die beide Probleme miteinander verbindet und so im Interesse unserer Kinder zur Lösung beitragen könnte: eine Steuer auf den Kohlendioxid-Ausstoß. Wetten, dass dann niemand mehr mit dem Porsche Cayenne zum Brötchenholen fährt?
Nick Reimer ist Chefredakteur des Online-Magazins klimaretter.info.
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