Hochwasser: Betrug, Demagogie, Anita Tack (die Linke)
Reimers kleine Zahlenkunde
Glück im Unglück: Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) hat das Auslaufbauwerk der Talsperre Spremberg geöffnet - und so den Unterliegern schlimme Hochwasserschäden erspart. Übrigens auch dem Autoren, der flussabwärts an der Spree wohnt.
Und Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) würde sich für diese Heldentat gern feiern lassen. Aber sorry, Frau Tack, das wird wohl nix: Wir Brandenburger waren blöd genug, der Linken zu vertrauen, die uns versprach, Klimaschutz zu betreiben und aus der Braunkohle auszusteigen, um uns damit künftig die Hochwasser-Angst zu nehmen.
Jetzt aber wissen wir längst, dass sich Fünf-b-Wetterlagen - so wie am vergangenen Wochenende - wegen der Erderwärmung häufen werden: Warme Luft kann mehr Wasser speichern als kältere. Wir wissen jetzt auch, dass die Hochwasser wegen der Erderwärmung immer heftiger werden.
Vor der Landtagswahl im vergangenen Jahr waren die Linken in Brandenburg eine wahre Klimaschutz-Partei. Angetreten, aus der Braunkohle auszusteigen, angetreten CCS zu vermeiden, angetreten als eine Partei, die es mit dem Klimaschutz ernst meint, haben die Linken sogar ein Volksbegehren "Keine neuen Tagebaue" initiiert. Im Wahlprogramm der Linken Brandenburgs hieß es auf Seite 13 unter der Überschrift "Schlüsselvorhaben 5: Vorrang für Erneuerbare Energie": "Der Abbau der Braunkohle schädigt den Grundwasserhaushalt für Jahrhunderte, ihre Verbrennung ist energetisch wenig effektiv und beschleunigt den Klimawandel durch den Ausstoß von Millionen Tonnen Kohlendioxid. Selbst die geplante CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS-Technologie) bietet keinen strategischen Ausweg, sondern ist mit hohen Kosten verbunden, verschlingt selbst viel Energie."
Deshalb haben wir in Brandenburg die Linken gewählt und deshalb ist Anita Tack nun an der Macht und öffnet Auslaufbauwerke an Talsperren. Das bittere aber ist: Jetzt, wo Anita Tacks Linke an der Macht ist, macht die Partei das genaue Gegeteil von dem, was sie uns vor der Wahl versprochen hat: neue Braunkohletagebaue genehmigen, den Vattenfall-Aktionären die Taschen mit Euros füllen, Kohlendioxid in das Erdreich unter den Grundstücken der kleinen Leute einspeichern, dafür sorgen, dass ja mächtig viel Kohlendioxid in die Luft geblasen wird, sodass die Hochwasser immer heftiger werden.
Wir waren blöd genug, Frau Tack und der Linken zu vertrauen. Aber sorry Frau Tack: So blöd, Ihnen Ihren Wahlbetrug durchgehen zu lassen, sind wir nun auch wieder nicht. Erklärt Brandenburgs Umweltministerin im Interview mit dem Tagesspiegel doch: "Der Bund sollte stärker Verantwortung für den Hochwasserschutz" übernehmen, schließlich sei das eine "nationale Aufgabe". Und sie begründet das so: "Der Klimawandel wirkt, die Schwere von Hochwassern nimmt zu, wie wir jetzt an Neiße und Spree wieder erleben."
Anita Tack ist nicht nur eine Wahlbetrügerin. Anita Tack ist auch eine Demagogin.
Nick Reimer ist Chefredakteur des Online-Magazins klimaretter.info
Und über einen "interessanten Anblick" von Frau Umweltministerin Anita Tack (früher SED, dann PDS, heute Die Linke) können Sie HIER lesen.
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