Wie die FDP Ihr Geld klaut
Auf die Photovoltaik einzuprügeln ist ja derzeit gerade ganz groß in Mode gekommen. Und zwar ausgerechnet von der Partei, die selbst immer wieder schwer verprügelt wird. Sie wissen, wer gemeint ist: Röslers FDP.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) schlägt eine grundlegende Reform der Förderung erneuerbarer Energien vor - was nichts anderes als die Abschaffung des EEG bedeutet. In der Diskussion um Quoten, Deckel, Fördertarife werden die Kosten für die Verbraucher zur Stimulanz: Es werde einfach zu teuer für Ottonormalstromkunden, argumentiert die FDP.
Also bitte, wenn Röslers FDP unbedingt will, spielen wir das Spiel "Schlag die FDP"!
Konzerne, die sehr viel Strom verbrauchen - sogenannte "stromintensive Unternehmen" - haben nämlich für dieses Jahr deutlich mehr Anträge auf vollständige Befreiung der EEG-Zulage gestellt, als von den Experten erwartet. Der Verband der Energieintensiven Industrien in Deutschland (EID) war Ende November von etwa 20 Unternehmen ausgegangen, die beim Bundeswirtschaftsminister neu um eine Befreiung ersuchen würden. Tatsächlich aber reichten mehr als 250 Großkunden zum Jahresende einen Neu-Antrag auf EEG-Befreiung ein, wie dowjones.de berichtete.
Röslers Vorgänger Rainer Brüderle (FDP) hatte im Kabinett durchgesetzt, dass der Kreis der Antragsteller erweitert wird. Galt bis dato ein jährlicher Mindeststromverbrauch des Unternehmens von 100 Gigawattstunden, kann jetzt auch beantragen, wer nur 10 Gigawattstunden pro Jahr verbraucht. Man stelle sich vor, das FDP-geführte Wirtschaftsministerium wird den Anträgen stattgegeben.
Für 2012 rechnet die Bundesnetzagentur mit einer Umlagesumme von rund 440 Millionen Euro. Weitere 250 große Stromverbraucher zahlen nicht. Die zu erwartenden Mindereinnahmen werden also auf alle andere Stromkunden umgelegt. Für alle "kleinen" Stromkunden, darunter Sie zu Hause und auch die zahlreichen Mittelstandsbetriebe, die der FDP früher einmal wichtig waren, bedeute dies ein zusätzliches Netzentgelt von 0,151 Cent pro Kilowattstunde. Zur Erinnerung: Die EG-Umlage stieg 2012 um lediglich 0,062 Cent pro Kilowattstunde.
Zu gut deutsch: Die FDP verteuert Strom 2012 stärker als das EEG in seiner gültigen Fassung. Wäre es da nicht vielleicht für den Strompreis und Ottonormalstromkunden günstiger, statt des EEGs die FDP abzuschaffen, Herr Rösler?
Nick Reimer ist Chefredakteur des Online-Magazins klimaretter.info
Zurück zur Kolumnen-Übersicht
Guter Journalismus kostet
Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein
Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.
Spendenkonto
Die Schlagzeilen um 16 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Jahrestag
Das Fukushima-Dossier
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Aktion des Monats Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr] | Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende
Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Deutsche Stahlwirtschaft: Pure Panikmache
DB mobil, die Kundenzeitschrift der Bahn, ist eine honorige Publikation. Erstens beträgt ihre Auflage mehr als 500.000 Stück, nur wenige Magazine bewegen sich in diesen Größenordnungen. Zweitens ist die Zeitschrift gut gemacht. Im Maiheft geht es beispielsweise um Elektromobilität, die[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13





"Ausstiegskorridor" statt fixes Ausstiegs-Datum, Solarumlage soll weiter gekürzt werden
Reuters vermeldet einen kleinen Solarboom im Sommer, die Umlage nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) könnte im kommenden Jahr wieder steigen. Heiko Stubner vom Bundesverband Erneuerbare Energie erläutert im Interview, was dies bedeutet.
Energieintensive Unternehmen sind in Deutschland von zahlreichen Energieabgaben befreit - bei Ökosteuer, Emissionshandel, Erneuerbare-Energien-Gesetz existieren Ausnahmeregelungen. Arepo Consult hat die Auswirkungen der Befreiungen in einer Studie untersucht. Sarah Rieseberg von Arepo Consult im Interview mit klimaretter.info.
2010 ist der Photovoltaik-Zubau in Deutschland buchstäblich "explodiert": Die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte hängt auch an neuen Kürzungen der EEG-Umlage - manch einer sieht dabei das gesamte Erneuerbare-Energien-Gesetz auf dem Spiel.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht im Ausbau der Photovoltaik eine "Spezialisierung auf Bananen"
Immer mehr Windräder müssen zwangsweise abgeschalten werden, weil der von ihnen produzierte Strom nicht abtransportiert werden kann. Ärgerlich ist das nicht nur für die Anlagenbetreiber, sondern auch für die Verbraucher: Die zahlen über die EEG-Umlage für den nicht produzierten Strom.
Eicke Weber vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) über Philipp Röslers Pläne für einen Solardeckel, seine Forderung nach weiteren öffentlichen Hilfen für die deutsche Solarindustrie - und zur Frage, warum die billigen Arbeitskräfte nicht entscheidend für den Siegeszug der chinesischen Module sind. Die Aufregung um den Solarzubau findet der Physikprofessor übertrieben. Teile von CDU und FDP würden hier lediglich die Interessen der großen Stromkonzerne vertreten.
Eon, RWE, EnBW und Vattenfall von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Diskussion über die EU-Energiestrategie eingeladen
Unterhaus plant feste Einspeisetarife für Solarenergie, Windkraft und Geothermie
Bundesverband: Sonnenkraftwerke produzierten im ersten Quartal 3,9 Milliarden Kilowattstunden
Merkels Minister einigen sich auf die nächste Runde mit dem Rotstift: Neben der Solarstromumlage sollen auch Grünstromprivileg und Biogas-Förderung "angemessen angepasst" werden.
Die Solarvergütung sinkt nach den Regierungsplänen ab April um mindestens 30 Prozent. Zudem müssen die Betreiber von Dachkraftwerken künftig 20 Prozent des produzierten Stromes selbst verbrauchen - oder vermarkten. Immerhin ist mit der "Verordnungsermächtigung" die Möglichkeit der Regierung vom Tisch, das Parlament zu umgehen.
Es sollte die nächste Karriere-Stufe des Norbert Röttgen werden - und wurde zu seiner letzten: Nach dem Wahldebakel in Deutschlands größtem Bundesland ist Schluss für den Bundesumweltminister. Nachfolger wird der Saarländer Peter Altmaier.
Mit 7.500 Megawatt Zubau wird das Vorjahr noch übertroffen - starker Zubau im Dezember, Fördersätze sinken weiter



