Da kann man doch nichts machen. Oder doch?
Miechs Kabinenpredigt
Die Regierung ist vom Volk gewählt und macht Politik, die dem Volke nützt.
Könnte man meinen.
Aber plötzlich ist das nicht mehr so. Die schwarz-gelbe Regierung setzt das aufs Spiel, was ein breiter gesellschaftlicher Konsens ist: Zum Beispiel das mehrheitliche Einverständnis darüber, dass Atomkraftwerke systematisch vom Netz müssen, so wie es im Atomausstieg vor Jahren vereinbart worden ist. Oder die Entwicklung erneuerbarer Energien voranzutreiben, weil sie die saubersten Energien sind. Oder die Gentechnik. Die Mehrheit der Deutschen will kein gentechnisch verändertes Essen, und trotzdem muss man bange auf die diesjährige Entscheidung über die Ausbringung von genetisch verändertem Saatgut auf unserem Boden warten. Was im letzten Jahr noch untersagt war, steht nun im Koalitionsvertrag: die Förderung der grünen Gentechnik ist dort als ein Ziel verankert.
Wo ist in diesen Dingen das Interesse des Volkes? Ist das nicht ziemlich genau das Interesse von Wirtschaftsunternehmen, die an besagten Dingen viel, viel Geld verdienen?
Vielleicht kann die Regierung ja machen, was einzelne Unternehmen gerne wollen, solange die Regierten nicht ein größeres Interesse an der Politik zeigen? Gerade sind in vier von fünf Landkreisen in Brandenburg die Landratswahlen auf Grund zu geringer Wahlbeteiligung gescheitert. Jetzt bestimmen wieder die Kreistage den Landrat!
Ich kenne viele, die über die Politik und unsere Gesellschaft sagen: "Da kann man doch sowieso nichts machen". "Die kungeln und machen doch, was sie wollen."
Wir haben das zu DDR Zeiten auch geglaubt: Da kann man doch nichts machen; man kann das System nicht ändern – aber wir haben die Ränder ausgebeult und nicht nachgelassen, eine andere Welt zu träumen und mit Freunden zu leben...
Und siehe da: es gab den Moment, wo viele, viele aufgewacht sind und gesagt haben, "wir wollen so nicht mehr weitermachen". Und dann kam ein ganzes System an sein Ende, das den Anspruch hatte, ewig sein zu wollen.
Ist das nicht Hoffnung für heute?
Es fängt immer in den Köpfen und Herzen an, hat auch mit den Wahlentscheidungen zu tun und kann zu einer Abstimmung mit den Füßen werden. Vielleicht reichen dann die 100.000 Menschen nicht, die in Kopenhagen demonstriert haben, vielleicht müssen es mehrfach so viele werden, damit die Regierenden wieder sehen: Da ist das Volk, dem wir verpflichtet sind.
Kerstin Höpner-Miech, (42) ist evangelische Pfarrerin in Mühlberg an der Elbe in Brandenburg.
Guter Journalismus kostet
Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein
Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.
Spendenkonto
Die Schlagzeilen um 14 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Jahrestag
Das Fukushima-Dossier
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Aktion des Monats Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr] | Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende
Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Deutsche Stahlwirtschaft: Pure Panikmache
DB mobil, die Kundenzeitschrift der Bahn, ist eine honorige Publikation. Erstens beträgt ihre Auflage mehr als 500.000 Stück, nur wenige Magazine bewegen sich in diesen Größenordnungen. Zweitens ist die Zeitschrift gut gemacht. Im Maiheft geht es beispielsweise um Elektromobilität, die[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13








