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Es gibt genug zu tun

Miechs Kabinenpredigt

Ein neues Jahr hat begonnen und vieles ist beim Alten geblieben. So ist das fast immer. Warum sollte auch schlicht ein Datum etwas Neues hervorbringen? Angesichts des dringenden Handlungsbedarfes beim Retten des Weltklimas und der verhältnismäßig geringen Erfolge weiß ich manchmal nicht, was ich in einer Kolumne schreiben soll.

Ich will nicht schimpfen über das mangelnde Vorankommen, Neues wissen  Andere schneller als ich. Die Erfahrungen mit den Mitmenschen sind auch manchmal nicht so erzählenswert. Die Umweltkampagne unserer Landeskirche hat im vergangenen Jahr nicht das gewünschte Ergebnis von ein Million eingesparter Kilo CO2 gebracht, sondern weniger als 700.000 - sicher auch schon ein gutes Ergebnis. Aber wenn man sich die genauen Analysen anschaut, ist das doch mit dem Gefühl verbunden: Ach, die üblichen wachen Leute haben auch hier ihr Bestes gegeben. Wenn aber jedes Gemeindeglied mitgemacht hätte, dann wäre die Million locker erreicht worden.

Zum Anfang des neuen Jahres soll aber heute schlicht die Hoffnung stehen, dass bald, sehr bald weniger CO2, weniger Umweltverschmutzung, weniger Meereskatastrophen, weniger Waldrodung passieren. Keine Kriege mehr, die Einschmelzung- oder die Umwidmung von Waffen, wie sie aus afrikanischen Krisengebieten bekannt sind: kleine Kreuze, aus Patronenhülsen gefertigt. Wir werden immer mehr Menschen: mehr als 7 Milliarden bevölkern die Erde. Da gibt es genug zu tun, sie zu schützen, zu ernähren, zu bilden.

Es bleibt die Aufgabe, die Energiewende zu gestalten, die Artenvielfalt zu erhalten und dazu auch die Mehrheit der Menschen zu bringen, die nicht unbedingt von alleine darauf kommen.

Ein über 90-jähriger kinderloser Herr, den ich vor ein paar Wochen beerdigt habe, hat einige Spuren seines Lebens hinterlassen. Er schrieb Gedichte, malte Bilder und komponierte. In einem seiner Gedichte schreibt er: "So rat ich euch ihr lieben Leute, / habt Sorg zur Welt und nicht nur heute. / Auch unsere Kinder wollen Leben, / so soll ein jeder auch sein Bestes  geben." (G. Seiler) 

Es bleibt dabei: Natürlich sind wir gefordert, für die Zukunft unserer Erde und ihrer Bevölkerung zu sorgen. Wir sind ausgestattet mit dem entsprechenden Wissen und mit den entsprechenden Möglichkeiten. Das kann man kaum von armen Ländern mit einem Drittel Bevölkerungsanteil von unter 30 Jahren erwarten. Ich wünsche unserer Erde mit ihren Bewohnern eine gute Zukunft! Wir dürfen einen kleinen Anteil an dieser Zukunft durch unser Handeln haben!

Kerstin Höpner-Miech (42) ist evangelische Pfarrerin in Mühlberg an der Elbe in Brandenburg

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