Weniger Kohle für Solarstrom
Weithöners Sonnenstrahl
Für Solarstrom gibt es vom nächsten Jahr an eine niedrigere Einspeisevergütung. Zum ersten Mal kommt eine bereits unter der großen Koalition eingeführte gesetzliche Regelung zur Anwendung, welche die Degression der Vergütungssätze von der jeweils im Vorjahr installierten Leistung abhängig macht.
Der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für 2009 festgelegte Schwellenwert von 1.500 Megawatt installierter Leistung ist nach Angaben der zuständigen Bundesnetzagentur bereits jetzt deutlich überschritten worden. Von Oktober 2008 bis Ende September dieses Jahres seien bei der Behörde Solaranlagen mit einer Leistung von etwa 2.340 Megawatt angemeldet worden. Daraus ergibt sich eine zusätzliche Absenkung der Einspeisevergütung um ein Prozentpunkt.
Für Kleinanlagen bis zu einer Leistung von 100 Kilowatt , die im kommenden Jahr neu auf Hausdächern installiert werden, sinkt der Vergütungssatz damit um insgesamt neun Prozent. Die Vergütungen werden sich damit zwischen 29,37 und 39,14 Cent pro Kilowattstunde bewegen. Für Anlagen, die noch in diesem Jahr ans Netz gingen, bekommen die Betreiber bis zu 43,01 Cent.
Vielen Kritikern ist diese Absenkung aber immer noch zu wenig. Sie argumentieren mit dem hohen Absatzwachstum in Deutschland und mit dem enormen Preisverfall für die Anlagen. Tatsächlich hat die neue Bundesregierung eine Überprüfung der Vergütungssätze angekündigt. Wann es so weit ist, steht aber noch nicht fest.
Eine mögliche Absenkung der solaren Vergütung von bis zu 30 Prozent steht im Raum. Aber: den bereits seit Monaten anhaltenden Preisverfall sehen Experten auch in der chinesischen Massenproduktion begründet, die mit Billig-Modulen immer mehr auf den deutschen und europäischen Solarmarkt drängen.
Deshalb wurde inzwischen sogar der Ruf nach "solaren Schutzzöllen" laut: "China hat ganz klar Dumpingpreise“, sagte zum Beispiel Solarworld-Chef Frank Asbeck. Er spricht sich daher für die Einführung einer „Buy European“-Regelung aus, die den Import von Modulen aus Ländern wie China und den USA blockieren würde. „China und die USA haben vergleichbare Regelungen“, begründete er seine Forderung.
In der Tat haben die beiden Länder entsprechende Klauseln in ihren Förderprogrammen für erneuerbare Energien festgeschrieben. Europa hat sich bislang gegen „Buy European“-Regeln gesperrt. "Das würde von der EU sofort kassiert", heißt es dazu aus Brüssel.
Henner Weithöner ist Herausgeber und Chefredakteur des Online-Magazins Renewable Energy Journal www.rejournal.de
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