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Krise? Welche Krise?

Der Begriff Ökonomie leitet sich vom griechischen οἶκος ab, was übersetzt "Haus" bedeutet. Genauso wie der Begriff Ökologie. Was lag also näher, als einen Öko-Öko-Bericht anzufertigen: Das Bundesumweltministerium legte Umweltwirtschaftsbericht vor, der sowohl die Ökonomie als auch die Ökologie im Haus Bunderepublik bilanziert. Von Haus zu Haus: Mehr als 1,8 Millionen Bewohner des Hauses Deutschland verdienten mittlerweile ihr Geld in der Umweltbranche.

Anders ausgedrückt verdient damit fast jeder zwanzigste Deutsche sein Geld mit einem grünen Job. Im Jahr 2006 hätten 4,5 Prozent der Beschäftigten in Branchen gearbeitet, die mit Umweltschutz zu tun haben, heißt es im Umwelt-Wirtschaftsbericht. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren seien damit 300.000 neue Jobs entstanden. Durch Investitionen in den Klimaschutz könnten bis 2030 zu den bestehenden 1,8 Millionen Stellen weitere 900.000 hinzukommen. Der Export von Ökotechnologie werde voraussichtlich für 200.000 zusätzlich Arbeitsplätze sorgen, schrieben die Autoren des Berichts.

Mit dem Umweltwirtschaftsbericht führten das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt erstmals alle Daten zusammen, die zur Wirtschaftsleistung im Umweltbereich vorliegen. Deutschland führt demnach weiterhin den Weltmarkt für Umweltgüter mit einem Anteil von 16 Prozent an “und konnte seinen Vorsprung zuletzt weiter ausbauen”. DemBericht zufolge liegen die “besonderen Stärken” Deutschlands in der nachhaltigen Energiewirtschaft und bei der Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Jedes zwanzigste deutsche Industrieprodukt diene mittlerweile in irgendeiner Form dem Umweltschutz - mit wachsender Tendenz: Allein zwischen 2005 und 2007 wuchs die Produktion demnach um 27 Prozent.

In den kommenden Jahren könne das Geschäft mit dem Umweltschutz noch weiter zulegen, sagt der Bericht voraus. Setzten im Jahr 2005 Unternehmen weltweit eine Billion Euro mit grünen Technologien um, würden es bis 2020 geschätzte 2,2 Billionen Euro sein. Das größte Umsatzwachstum ist demnach bei der Energieeffizienz mit plus 450 Milliarden Euro und bei der nachhaltigen Wasserwirtschaft mit plus 290 Milliarden Euro zu erwarten. Allerdings leide auch die Umweltbranche unter der globalen Finanzkrise, vor allem bei Großprojekten wie Windparks. Für langfristige Ökoprojekte bekommen Bauherren dem Bericht zufolge derzeit häufig keine Kredite.

Für das Beschäftigungswachstum der vergangenen Jahre in der Umweltbranche sorgten vor allem die Bereiche erneuerbare Energien, der Export von Umwelttechnologie und die umweltorientierten Dienstleistungen. Diese Branchen würden auch dafür sorgen, “dass der Umweltschutz in den nächsten Jahren ein Jobmotor bleibt”. Komisch eigentlich, das in Krisenzeiten positive Nachrichten so wenig Gehör finden.

Henner Weithöner ist Herausgeber und Chefredakteur des Online-Magazins Renewable Energy Journal www.rejournal.de

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