Ad-Hoc-Working Group Kyoto Protocol (AWG-KP)
Klimaverhandlungen im UN-Rahmen finden in zwei Arbeitsgruppen statt: der Ad Hoc Working Group on Further Commitments for Annex I Parties under the Kyoto Protocol (AWG-KP) (zu Deutsch: Ad-Hoc Arbeitsgruppe zur Vereinbarung zukünftiger Verpflichtungen unter dem Kyoto-Protokoll) und der Ad hoc Working Group on Long-term Cooperative Action (AWG-LCA) (Ad-Hoc-Arbeitsgruppe unter der Klimarahmenkonvention), in der Nicht-Kyoto-Industriestaaten und Entwicklungsländer verhandeln.
Die AWG-KP wurde im Dezember 2005 in Montreal ins Leben gerufen, um die Verpflichtungen der Mitglieder für den Zeitraum nach 2012 unter dem Kyoto-Protokoll zu verhandeln. Sie hat inzwischen 187 Mitglieder, darunter China, nicht aber die Vereinigten Staaten. Letztere nehmen im Rahmen der Arbeitsgruppe unter der Klimarahmenkonvention an dem Gipfel teil. Seit 2008 sind die Kyoto-Länder verpflichtet, ihre Emissionen zu reduzieren - um durchschnittlich 5,2 Prozent gegenüber 1990. Bis Ende 2009 - zum Klimagipfel in Kopenhagen - sollten die Verpflichtungen für den Zeitraum ab 2013 vereinbart werden.
Im Rahmen des Kyoto-Protokolls werden lediglich die Verpflichtungszeiträume immer wieder neu verhandelt - alle anderen Teile des Vertrages bleiben in Kraft. Ziel der Verhandlungen auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen wäre lediglich die Novelle des 1997 verabschiedeten Vertrages gewesen. Während der Verhandlungen in Kopenhagen wurde jedoch zunehmend klar, dass verschiedene Industriestaaten (wie EU oder Umbrella Group) nicht auf der Basis des Kyoto-Protokolls weiterverhandeln wollten, sondern für ein einheitliches, universelles Klimaabkommen plädierten. Dies wurde von den Entwicklungsländern abgelehnt, die (höhere) Reduktionsziele für sich befürchteten, und verwässerte Ziele für die Industriestaaten.
Die Gruppe beschäftigte sich in Kopenhagen unter Anderem mit den Themen Carbon Capture and Storage (CCS) - die Technologie wurde als Möglichkeit zur Reduktion von Treibhausgasen betrachtet, aufgrund von Sicherheitserwägungen wurde das Thema allerdings zur weiteren Untersuchung an das Nebenorgan für wissenschaftliche und technische Beratung (SBSTA) der UNFCCC verwiesen. Des weiteren wurde ein Ausbau und eine Standardisierung von Clean Development Mechanism-Projekten diskutiert. Da in Kopenhagen keine Einigung auf verbindliche Reduktionsziele für den Zeitraum nach 2012 erzielt werden konnte, wurde das Mandat der Gruppe nach Kopenhagen verlängert.
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