Wirtschaftschance statt Wirtschaftskrise

Die gegenwärtige Wirtschaftskrise ist nach Ansicht von Achim Steiner, Chef des UN-Umweltprogramms (UNEP), eigentlich eine Wirtschaftschance. "Wer die Fehler analysiert, der kann daraus lernen", sagte Steiner auf einem Empfang des WWFs auf der Klimakonferenz in Poznan. Er sehe "Freiraum für viel größere Handlungsmöglichkeiten" für eine neue, ökologisch ausgerichtete Industriepolitik. 

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Schwellenländer wie China und Indien hätten  Konjunkturprogramme mit einer starken ökologischen Dimension aufgelegt, sagte der Deutsche: "China hat fast ein Viertel seines 600-Milliarden-Konjunkturprogramms in die Umweltsektoren investiert. Dies sollte auch für uns alle ein Signal sein". Denn so entstünden die Arbeitsplätze von morgen. 

Zugleich sei in Poznan deutlich geworden, dass Europa in der Gefahr sei, seine Führungsrolle beim Klimaschutz "und damit auch einen gewissen Wettbewerbsvorteil für seine Volkswirtschaft zu verlieren, wenn es nun Rückschritte von seinen Entschlüssen des letzten Jahres in Brüssel macht", mahnte Steiner. Auch die Rolle der Bundesregierung sei "sicherlich von vielen Vertragstaaten hier mit Erstaunen wahrgenommen worden": "Viele sind überrascht über die Ambivalenz auch der Positionen von Bundeskanzlerin Merkel und der Bundesregierung". Hier sei jetzt Aufholarbeit nötig, denn die deutschen Leistungen der vergangenen zwei, drei Jahre in der weltweiten Klimapolitik seien mittlerweile "ein bisschen ins Wanken gekommen".

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