Poznan: Die Minister übernehmen das Steuer

40 Verhandlungsgruppen tagen zu 40 Problemen. Am entscheidungsreifsten erscheinen die Themen Klimaversicherungen, Technologietransfair, Reform zum Clean-Development-Mechanismus und der Fonds zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels, der so genannte Adaptationfonds. Besonders heftig umstritten ist das Thema Entwaldung - "Reducing Emissions from Deforestation and Degradation" - REDD. Wie berechnet man nicht abgefackelten Wald? Und wer zahlt dafür wieviel? 

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Der Adaptationsfond war vor zwei Jahren auf der Klimakonferenz im afrikanischen Nairobi beschlossen worden, und auf Bali ausformuliert. "Jetzt geht es darum, ihn so zu funktionalisieren, dass dann auch erste Gelder fließen", erklärte UN-Chefunterhändler Yvo de Boer.  Nur so würden die Entwicklundländer mit ins Boot einsteigen, dass in Kopenhagen ein neues Klimaregime bringt. 

Befragt nach dem Stand der Verhandlungen vor dem heute beginnenden Ministersegment, sagte de Boer: "Ohne eine Führungsrolle der Industrieländer kommen wir nicht vorwärts, denn den Entwicklungsländern ist nicht zu vermitteln, warum sie den nächsten Schritt gehen sollen, wo doch das Problem von den Industrieländern hausgemacht ist". 

"Es geht darum, die Struktur für den Kopenhagener Vertrag zu finden", erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Dabei ist ihm klar, dass die parallelen Klimaverhandlungen der EU in Brüssel auf dem Poznaner Parkett eine große Rolle spielen: "Nicht nur die Amerikaner sind entscheidend, auch die Europäer". Auf einer Diskussionsveranstaltung mit dem RWE-Management am Dienstagabend in einem Poznaner Hotel war Gabriel deutlicher geworden: "Wir müssen aufpassen, dass wir in Brüssel nicht Entscheidungen treffen, die uns beim Klimaschutz Jahre zurückwerfen".

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