Die Ukraine scherzt

Das war eigentlich als gute Nachricht ausgegeben worden: Die ukrainische Regierungsdelegation erklärte in Poznan, das Land verpflichte sich den Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 senken zu wollen. Nach dem Kyotoprotokoll ist die Ukraine verpflichtet, ihren Kohlendioxid-Ausstoß bis 2012 gegenüber 1990 konstant zu halten. 

Die gute Nachricht hat allerdings einen Haken: Nach der Datenlage des UN-Klimasekretariats lag 2006 der Treibhausgas-Ausstoß der Ukraine 55,3 Prozent unter dem des Jahres 1990. "Diese Verpflichtung bedeutet nichts anderes, als dass die Ukraine beabsichtigt, von heute an 77 Prozent mehr Klimagift produzieren zu wollen", heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der NGOs. 

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Nicht alles ist Gold, was in der Ukraine so aussieht. Das hier aber schon: Die goldenen Dächer des Michaelklosters in Kiev                   FOTO: REIMER 

Wie in allen osteuropäischen Staaten führte der Zusammenbruch der energie-intensiven sozialistischen Planwirtschaften zu einem rasanten Rückgang der Treibhausemissionen. Davon profitiert auch die Bundesrepublik: Der Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft macht 40 Prozent des in Deutschland reduzierten Kohlendioxid-Ausstoß aus. In der Stellungnahme heißt es: "Die Ukraine muss ihre Position revidieren und ein neues, ehrliches Klimaziel formulieren."

[Erklärung]  
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