Poznan: Die USA sorgen für Rätsel

Nach der Verhandlungspause am Montag begann die zweite Verhandlungswoche der UN-Klimakonferenz im polnischen Poznan mit einem Paukenschlag. Die USA scheinen von ihren bisherigen Versprechungen abzurücken, beim Klimaschutz mitzumachen. "Große Wirtschaftsnationen wie China und Indien sowie andere Schwellenländer müssen sich ebenfalls beim Klimaschutz beteiligen. Wir sind fest davon überzeugt, dass die großen Klimaprobleme nicht von den Industrie-Nationen alleine gelöst werden können", sagte US-Chefunterhändler Harlan Watson an die Adresse Chinas und Indiens. Die weisen derartige Forderungen zurück. 

Damit könnte sich die bisherige Blockade bei den Klimaverhandlungen auch bis zur nächsten UN-Konferenz in Kopenhagen Ende 2009 fortsetzen. Die Folge: das Kyoto-Protokoll würde 2012 auslaufen, neue Klimaschutz-Verhandlungen unter den Dach der Vereinten Nationen wären damit vorerst gescheitert.

bali_kerry.jpgIst das nun die Haltung der alten Bush- Administration, oder schon Politik der neuen von Barack Obama? US-Senator John Kerry (Foto: auf der Klima- Konferenz in Bali) soll am morgigen Mittwoch in Poznan eintreffen. Seine Mission: dem US-Kongress berichten, welche Schritte China, Indien, Süd Afrika und Brasilien unternehmen, um ihre Emissionen zu reduzieren. Allerdings hatte Kerry auf Bali schon deutlich gemacht: Auch ein demokratisch geführtes Weißes Haus wird das Kyotoprotokoll nicht unterzeichnen. 

"Entwicklungsländer mit einem starken Wirtschaftswachstum müssen sich beteiligen", betonte Watson am Dienstag. Ob die USA die Verhandlungen scheitern lassen, wenn diese Länder nicht mitmachen, wollte Watson nicht sagen. Ausschließen konnte er es jedoch auch nicht.

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