"Letzter Kraftakt" in Doha

In den frühen Morgenstunden ist auf dem Klimagipfel in Katar ein neues Plenum einberufen worden. Den Ministern und Delegierten liegt ein neues Kompromisspapier vor, das zuvor im sogenannten "Beichtstuhl-Verfahren" ausgearbeitet worden war. Die Länder hatten den "Beichtvätern" jene Punkte vorgetragen, die von ihnen unter keinen Umständen akzeptiert werden können. Einer der Beichtväter war Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), zum anderen war sein Amtskollege aus Singapur bestimmt worden.


Die Verhandlungsgruppe zum Zukunftsvertrag am späten Freitag: Die Arbeit ist noch nicht erledigt. (Foto: Reimer)

"Jetzt ist es Zeit für den letzten Kraftakt!", rief der Konferenzpräsident, Katars Außenminister Abdullah bin Hamad Al-Attiyah, den Delegierten zur Eröffnung des Plenums zu. Al-Attiyah räumte ein, dass die Arbeit der Beichtväter nicht alle Länderinteressen berücksichtigen konnte, "aber immerhin doch so viel, dass wir jetzt ein Ergebnis schaffen". Ursprünglich hätte die Konferenz am Freitag Abend abgeschlossen sein sollen.

Bundesumwelt Altmaier hatte – als Vertreter Deutschlands, nicht als Beichtvater – formuliert, "Mindestergebnis" der Konferenz müsse ein Verhandlungsfahrplan für einen künftigen Weltklimavertrag sein. Das zu beschließen setzt allerdings voraus, dass die anderen Verhandlungen abgeschlossen werden: der LCA-Strang, der auf dem Verhandlungsmandat von Bali beruht und sich mit "Loss and Damage", Technologietransfair, Waldschutz und vor allem Finanzierungsfragen befasst – und der Kyoto-Strang, der eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls beschließen muss.

klimaretter.info/reni


Alle Beiträge zur COP18 in Katar finden Sie in unserem Doha-Dossier

 

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