Klima-Hilfsprogramm aufgelegt

Der deutsche Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und sein britischer Kollege Edward Davey wollen Entwicklungsländer mit einem speziellen Programm bei der Umsetzung von Maßnahmen gegen den Klimawandel unterstützen. Dazu haben sie am Donnerstag in Doha ein Programm für Nationale Minderungs-Maßnahmen – kurz NAMAs – im Klimaschutz vorgestellt. Deutschland und Großbritannien investieren insgesamt rund 70 Millionen Euro in das Projekt. Dabei beträgt der deutsche Anteil 40 Millionen Euro – sie stammen aus dem Energie- und Klimafonds. "Mit dem heute gestarteten NAMA-Programm für Nationale Minderungs-Maßnahmen unterstreichen wir unsere Bereitschaft, der globalen Erwärmung mit Hilfe innovativer Finanzierungsinstrumente massiv entgegenzutreten. Wir werden zeigen, dass enge Kooperation der Schlüssel für die Umsetzung von NAMAs ist", sagte Altmaier am Abend in Doha.

Das NAMA-Programm soll Finanzhilfe leisten bei der Klimafolgen-Anpassung. (Foto: UNHCR)

Das Konzept der NAMAs ist im Kontext der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) entstanden. Die Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Minderung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase soll dort gefördert werden, wo sie entstehen. NAMAs sind deshalb Projekte, politische Regelungen oder Programme, die ganze Technologiebereiche oder Wirtschaftssektoren von Entwicklungsländern auf einen emissionsarmen Entwicklungspfad lenken sollen. Bislang gestaltete sich jedoch die Finanzierung der NAMAs schwierig. Die gemeinsame Initiative Deutschlands und Großbritanniens soll dem entgegenwirken. Neue Projekte werden nun über einen Wettbewerb ausgewählt. So soll das Programm gleichzeitig Kosteneffizienz und Qualität der NAMAs verbessern.

"Klimafinanzierung ist grundlegend, damit die Länder die Fähigkeiten aufbauen, den Klimawandel abzumildern und sich an seine Folgen anzupassen", kommentierte Edward Davey, britischer Staatssekretär für Energie und Klimawandel. "Mit großer Freude gebe ich heute eine Partnerschaft mit der deutschen Regierung bekannt, die solche Entwicklungsländer unterstützen wird, die ambitionierte Maßnahmen ergreifen, um die Lücke zum Zwei-Grad-Ziel zu schließen."

Das erste deutsch-britisch finanzierte NAMA-Projekt könnte in Mexiko durchgeführt werden. Es soll die dortige Regierung bei der Etablierung der notwendigen Rahmenbedingungen unterstützen, um ein NAMA für nachhaltigen Wohnungsbau zu verwirklichen. Die ersten tatsächlichen Förderbekanntmachungen sind jedoch erst für Frühjahr 2013 geplant, sie werden von einem deutsch-britischen Direktorium ausgewählt.

klimaretter.info/bb


Alle Beiträge zur COP18 in Katar finden Sie in unserem Doha-Dossier

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