Ein Rezept gegen den Gordischen Knoten

Für ein faires Klimaschutzabkommen müssen die Emissionsreduzierungen der Industrieländer weit über die bisher vorgeschlagenen Zahlen hinausgehen. Das geht aus einer Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam hervor: Durch einen Finanzierungsmechanismus könnten auch Entwicklungs- und Schwellenländer etwa die Hälfte der nötigen Reduktion zur Eingrenzung des Klimawandels übernehmen.

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Die Folgen der Erderwärmung in Afar, Äthiopien: Einst fruchtbares Land hat sich in eine karge Wüste verwandelt

Als "Anschubhilfe" für die festgefahrenen Verhandlungen hat die Organisation einen Vorschlag erarbeitet, der einen fairen Klima-Deal ermöglicht und den "Gordischen Knoten der Verhandlungen" lösen könnte. Die Studie "Hang together or seperately" berechnet, welche Emissionsreduktionen die Industrieländer bis 2020 für ein faires Klimaabkommen akzeptieren müssten: Die EU und USA müssen gegenüber 1990 45 Prozent reduzieren (bisher angeboten sind 20-30 Prozent sowie drei Prozent) , Japan 57 Prozent (bisher angeboten 8 Prozent ), Australien 34 Prozent (bisher angeboten 25 Prozent) und Kanada 52 Prozent (bisher angeboten plus zwei Prozent).

Für etwa die Hälfte der weltweit nötigen Emissionsreduktionen schlägt Oxfam einen globalen Finanzierungsmechanismus vor, der die armen Länder bei klimafreundlicher Entwicklung unterstützt. Durch den Verkauf von Emissionszertifikaten an die Regierungen der reichen Länder sollen so Maßnahmen in Klimaschutz und Anpassung finanziert werden .

Konkret würden etwa in Uganda, einem der ärmsten Länder, zusätzliche Kosten für eine klimafreundliche Entwicklung komplett übernommen werden. Schwellenländer wie China oder Brasilien sollen einen Eigenanteil aufbringen, der ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entspricht.

Nach Oxfam-Schätzungen müssen jährlich mindestens 100 Milliarden US-Dollar bereitgestellt werden, um Klimaschutz in armen Ländern zu finanzieren. „Verglichen mit den exorbitanten Summen für die bisherige Bankenrettung ist das ein geringer Betrag", sagt Kowalzik.

"Hang together or seperately?" Die Oxfam-Studie finden Sie HIER

FOTO: NICK DANZIGER/OXFAM

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