Klimaversicherung bleibt im Gespräch

Dürren, Überschwemmungen und Stürme treffen die ärmsten Länder am härtesten. "Kein Extremwetterereignis wird ausschließlich durch den Klimawandel verursacht", sagt Peter Höppe von der Münchner Rück. Die Statistiken sprächen jedoch eine deutliche Sprache: Während die Erderwärmung voranschreitet, nehme auch die Anzahl und Intensität solcher Ereignisse zu.

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Deshalb empfehlen Klima und Versicherungsexperten wie Höppe eine Versicherung gegen den Klimawandel. Die Munich Climate Insurance Initative (MCII) wurde unter anderem von Germanwatch, der Münchner Rück, dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung PIK und dem Tyndall Centre initiiert. Seit 2005 setzt sich die Initative dafür ein, Versicherungslösungen in die finanziellen Hilfen zur Anpassung an die Folgen der Erderwärmung in Entwicklungsländern zu integrieren.

Eine Versicherungslösung würde dabei nicht nur finanziellen Ausgleich für Schäden schaffen, sondern auch dazu beitragen, dass Risiken eingegrenzt werden. Anders als finanzielle Hilfeleistungen, die teilweise erst Monate im Nachhinein die Betroffene erreichen, will die Munich Climate Insurance Initative vorsorgen. Und etwa Kleinbauern mit Mikrokrediten und schnellen Verlustausggleichen eine sichere Existenzgrundlage schaffen.

"Eine Klimaversicherung könnte eine wertvolle Rolle zur Begrenzung von Risiken spielen", sagt Koko Warner, Vorstandsmitglied der MCII und Mitautorin einer aktuellen Studie der United Nations International Strategy for Disaster Reduction (UN ISDR) über die Chancen eines Versicherungsmechnismus für die Anpassung an den Klimawandel in den Entwicklungsländern.

Einen ersten Schritt hat die Klimaversicherung auf dem Weg nach Kopenhagen bereits bei der letzten Klimakonferenz in Bonn gemacht: Sie wurde in den Entwurf für einen Verhandlungstext aufgenommen. In der vergangenen Woche äußerte sich etwa US-Delegationsleiter Jonathan Pershing in Bonn zwar kritisch gegenüber der Einführung neuer internationaler Mechanismen, jedoch positiv zu Mikrokrediten und lokalen Maßnahmen zur Eingrenzung von Risiken. Nie war eine effektive Versicherungslösung wichtiger, sagt Warner: "Es wird Zeit, dass die Klimaversicherung im Rahmen eines Kopenhagen-Abkommens Gestalt annimmt".

Die Studie des US-ISDR "Adaptation to Climate Change: Linking Disaster Risk Reduction and Insurance" finden Sie HIER

Und mehr zur Initiative Munich Climate Insurance Initative HIER

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