Afrikas NGOs wollen höhere Klimaziele

Vertreter afrikanischer Nichtregierungsorganisationen haben auf der Bonner Klimakonferenz die Notwendigkeit eines neuen Klimaabkommens auf dem Gipfel in Durban Ende des Jahres betont. Augustine Njamnshi von der Pan African Climate Justice Alliance sagte, der Temperaturanstieg in Afrika müsse auf ein bis 1,5 Grad Celsius begrenzt werden, wenn der Schaden für die Bewohner des Kontinents begrenzt werden sollte.

Das bedeutet weltweit eine höhere Begrenzung als auf 1,5 Grad oder die zwei Grad, auf die sich die Staaten im vergangenen Dezember geeinigt hatten. "Mit der sogenannten Cancún-Vereinbarung riskieren wir globale Temperaturerhöhrungen um bis zu fünf Grad", so Njamnshi. Die entwickelten Länder müssten ihre Emissionen bis 2017 um 50 Prozent gegenüber 1990 reduzieren.


Der Hafen von Durban. (Foto: Sir James/wikipedia)

Besonderes Augenmerk legten die afrikanischen Vertreter auf Transparenz und soziale Rechte. "Mit Enttäuschung haben wir in Cancún gesehen, wie die mexikanische Regierung die offene und nachvollziehbare Entscheidungsfindung verhindert hat. Südafrika baut eine neue Demokratie auf, und wir erwarten von unserer Regierung, dass sie demokratische Prozesse durch transparente Verhandlungen unterstützt", sagte Bobby Peak von Friends of the Earth Südafrika. Geheime Treffen mit ausgewählten Vertretern müssten vermieden werden.

Yahya Msangi von der International Trade Union Confederation (ITUC) forderte, von einem Übergang zu nachhaltigem Wirtschaften in Afrika dürfte nicht nur eine "kleine Elite" profitieren. Er kündigte die Mobilisierung afrikanischer Gewerkschaften anlässlich der Konferenz in Durban an. Auf die Frage, ob die Konferenz in Südafrika eine "afrikanische Konferenz" werde, sagte er, es sei ein Mythos, dass aufgrund der Ortswahl Afrika besonders davon profitieren werde. Im Gegenteil sei es in der Vergangenheit so gewesen: "Wenn sie einen schlechten Deal gemacht haben, fand die Konferenz in Afrika statt."

klimaretter.info/mare

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