Barcelona: G77 fordern 40 Prozent Reduktion

Die Entwicklungsländer machen Druck in Barcelona: Nachdem über 40 afrikanische Staaten am Montag die Verhandlungen aus Protest gegen die sture Haltung der Industrieländer boykotiert hatten, forderten die in der sogenannten Gruppe der 77 zusammengeschlossenen Entwicklungs- und Schwellenländer am Mittwoch 40 Prozent Reduktion. Der Sudanese Lumumba Sanislaus Di-Apin, der aktuell Vorsitzender der G77 ist erklärte in Barcelona, die entwickelten Länder müssten ihren Schadstoffausstoß bis 2020 um mindestens 40 Prozent unter das Niveau von 1990 senken, damit die Entwicklungsländer eine faire Chance auf eine eigene wirtschaftliche Entwicklung haben. "Alles, was unter den geforderten 40 Prozent liegt, bedeutet die völlige Zerstörung Afrikas", erklärte Di-Apin.

Aktuell liegen Angebote der Annex-I-Staaten über elf bis 15 Prozent auf dem Konferenztisch in Barcelona. Yvo de Boer, Chef des UN-Klimasekretariats, wies die Forderung am Rande der Verhandlungen indirekt zurück. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert ihn mit der Aussage: Eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes um 40 Prozent sei von den Industriestaaten wirtschaftlich nicht zu leisten und käme sie teuer zu stehen.

Der EU-Ratspräsident - Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt - hat unterdessen am Mittwoch einen weiteren Hinweis darauf gegeben, wie festgefahren die Klimaverhandlungen sind. Reinfeldt sagte im schwedischen Rundfunk, es sei "einfach nicht möglich", in Kopenhagen ein verbindliches Abkommen zu vereinbaren. Beispielsweise in den USA könnten die notwendigen Entscheidungen für den angestrebten Klimapakt nicht rechtzeitig getroffen werden, sagte Reinfeldt.

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