Indien fordert USA zum Kyoto-Beitritt auf

Indiens Premierminister Manmohan Singh wird im November nach Washigton reisen, um mit Präsident Barack Obama Wege aus der "Kyoto-Krise" auszuloten. Das kündigte der indische Chefunterhändler Shyam Saran am Freitag auf der Klimakonferenz in Bangkok an. "Wir werden in Kopenhagen kein Abkommen akzeptieren, dass nicht auf dem Kyoto-Protokoll fußt", erklärte Saran. Die USA ihrerseits schließen aus, ein Kyoto II-Protokoll unterzeichnen zu werden.

Saran forderte, die USA müsse sich bewegen. "Auch die Vereinigten Staaten haben den Bali-Aktionsplan unterschrieben, der ein Kyoto-Folge-Abkommen als Ziel definiert", erklärte Saran. Innerhalb des Kyoto-Protokolls könne man über alles reden: "Wer da Mitglied ist, kann sich der Wege bedienen, die es gibt, um Veränderungen zu schaffen", so der indische Chefdiplomat. Damit forderte er indirekt die USA zum Beitritt der Kyoto-Staaten auf.

80 Prozent der knapp 1,2 Milliarden Inder hat keinen Zugang zu Elektrizität. Mit den USA gibt es bereits einen bilateralen Energie-Dialog, die amerikanische Wirtschaft ist stark an Aufträgen im indischen Energiesektor interessiert.

Die Vereinigten Staaten haben das Kyoto-Protokoll zwar 1997 mit ausgehandelt und unterschrieben. Demnach aber hätten die USA ihre Emissionen bis 2012 um 7 Prozent gegenüber 1990 senken müssen. Allerdings wurde der Vertrag nie vom nationalen Parlament ratifiziert, weshalb die USA auch kein Mitglied der Kyoto-Koalition ist. Obama versucht gerade ein Klimagesetz durch Senat und Repräsentanten-Haus zu bringen, dass 2005 als Reduktionsbezugsjahr 2005 vorsieht.

Aktuell liegt der Treibhausgas-Ausstoß der USA 15 Prozent über dem Niveau von 1990.

 

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