Deutschland: Kein frisches Geld für Anpassung

Deutschland will offenbar kein zusätzliches Geld für den Anpassungsfonds aufbringen. Auf der Klimakonferenz war 2006 in Nairobi ein solcher Fonds beschlossen worden, um Entwicklungsländer beim Kampf gegen die Erderwärmung zu unterstützen. In Bangkok geht es nun um Mittel, die eingezahlt werden sollen. Wie aus den Verhandlungen zu erfahren war, will die Bundesregierung offenbar kein zusätzliches Geld aufbringen, sondern Mittel des Entwicklungsministeriums umwidmen. Dieser haushaltstechnische Schritt würde die deutsche Entwicklungshilfe weiter zurück fahren.

Bereits vor der Bundestagswahl hat sich das Entwicklungsministerium bei der EU dafür stark gemacht, dass es kein zusätzliches Geld geben soll. Vor einem Monat hatte die EU erstmals Zahlen genannt, mit denen sie in die Verhandlungen gehen will. Demnach wäre Europa bereit, jährlich bis zu 15 Milliarden Euro zahlen. Das Thema steht auf der Runde der EU-Finanzminister, die am 21. und 22. Oktober ein endgültiges Angebot ausarbeiten soll.

Die Weltbank hatte in Bangkok Berechnungen vorgelegt, nach denen die ärmeren Länder der Welt in den nächsten 40 Jahren 51 bis 68 Milliarden Euro zusätzliches Geld jährlich benötigen, um sich an die Klimaveränderungen anpassen zu können. Die Afrikanische Union fordert nach eigenen Berechnungen von allen Industriestaaten 67 Milliarden Euro alleine für Anpassungsmaßnahmen.  Wichtig ist natürlich, dass es sich bei dem Geld um zusätzliche Mittel handelt: Vieles der bereits heute geleisteten Entwicklungsarbeit würde andernfalls zusammenbrechen. Die Entwicklungsländer haben jedenfalls klar gemacht: Ohne zusätzliches Geld kein Abkommen in Kopenhagen.

 

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