Norwegen plant minus 40 Prozent bis 2020

Regierungsbildung in Norwegen: Die Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat drei Wochen nach ihrer Wiederwahl das Programm für die nächsten vier Jahre vorgestellt. Neben der Arbeitslosigkeit und der Asylpolitik steht demnach der Klimaschutz im Zentrum der nächsten Legislatur. Auf dem Verhandlungsparkett in Bangkok wurde bekannt, dass Norwegen plant, seine Reduktionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken.

Dies wäre das weltweit engagierteste Reduktionsziel: Laut Kyoto-Protokoll dürfte Norwegen als eines von drei Annex-Ländern seinen Treibhausgas-Ausstoß bis 2012 um 1 Prozent gegenüber 1990 steigern. Aktuell liegt Norwegen aber knapp unter dem Ausstoß von 1990. Das Kyoto-Protokoll erlaubt zudem Island (plus 10 Prozent) und Australien (plus 8 Prozent) eine solche Steigerung. Australien liegt aktuell mit 29 Prozent allerdings fast aussichtslos hinter diesen Vorgaben zurück.

"Ministerpräsident Jens Stoltenberg zeigt jene Führung, die die hier Verhandelnden vom Rest der entwickelten Welt brauchen", lobte Greenpeace. Fraglich bleibt allerdings, wie Norwegen das Ziel schaffen will. Staatskonzern Statoil plant etwa derzeit in die äußerst klimaschädliche Ölsand-Produktion in Kanada einzusteigen. Zu Hause ein bisschen mehr Wasserkraft und im Ausland viel mehr Ölproduktion, um die Renten- und Staatskassen zu füllen: Wie Stoltenbergs Ankündigung tatsächlich zu bewerten ist, wird entscheidend von der Investitionsstrategie von Statoil abhängen.

Stoltenbergs aus drei Parteien bestehende Koalitionsregierung war bei der Parlamentswahl im September mit knapper Mehrheit bestätigt worden.

Zuvor hatte bereits Mexiko den Delegierten in Bangkok erklärt, sich auf eine Reduktion um 50 Prozent bis 2050 gegenüber 1990 zu verpflichten.

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