Bewegung gibt es bisher nur in der Erdkruste

Aus Nusa Dua NICK REIMER

Erdbeben auf Bali: Die indonesische Insel wurde heute von einem Beben der Stärke 5,9 erschüttert. Das Epizentrum des unterseeischen Erdstoßes lag 250 Kilometer südwestlich von Jember in der Provinz Ost-Java. Die Erschütterungen waren auch auf Bali zu spüren. 

bali_logoAuf der Klimakonferenz dagegen steht derzeit jede Bewegung aus. "Keine konkreten Beschlüsse", hieß es gestern aus Verhandlungskreisen. Vermutlich ändert sich das erst, wenn in der kommenden Woche die Minister der Verhandlungsstaaten in Bali ankommen und das Tauziehen nicht mehr nur auf Beamtenebene stattfindet. Am weitesten sei man bei den Details zum so genannten Anpassungsfonds, der armen Ländern bei der Linderung an die Folgen der Erderwärmung helfen soll. Allerdings: Bei dem im vergangenen Jahr in Nairobi beschlossenen Fonds galt es ohnehin nur noch technische Details zu klären. Etwa die Frage, wer den Fonds verwaltet und wie die Geldtransfers transparent gemacht werden können. Die Delegationen werden nun an diesem Wochenende in sogenannten "informals", als informellen Gesprächen, versuchen, gemeinsame Positionen vor allem bei der umstrittenen Bali-Road-Map über die Nachfolge des Kyoto-Protokolls zu finden. 

Immerhin konnten sich sechs asiatische Länder am Rande der Klimakonferenz auf eine Partnerschaft einigen, die das Korallendreieck zwischen den Philippinen, Papua-Neuguinea und Indonesien möglichst für die kommenden Generationen erhalten soll. "Jeder von uns wird nachhaltiges Management des Korallenriffs in seiner Fischerei-, Umwelt- und Tourismusgesetzgebung verankern", sagte der Umweltstaatsminister der Salomonen-Inseln, Charles Sasabule Viva. Zu der Partnerschaft gehören auch Malaysia und Osttimor. Korallenforscher Charlie Veron bezeichnete das Gebiet als ein wichtiges Zentrum der Unterwasserkulturen. In dem Gebiet kommen 75 Prozent aller bekannten Korallenarten der Welt vor und mehr als 3000 Fischsorten. Sechs der sieben Meeresschildkröten leben hier, sowie 22 Delfinarten. 

UN fordert mehr Investitionen in Erneuerbare Energien  

"Die von der Wissenschaft geforderte drastische Reduzierung der Klimagase ist nur durch Milliardeninvestitionen zu erreichen". Das erklärte Yvo de Boer gestern in Bali. Die Investitionssumme müsse jedes Jahr steigen, um spätestens 2030 bei einem Niveau von notwendigen 140 Milliarden Euro pro Jahr zu liegen. "Das dürfte 2030 allerdings nur 0,3 bis 0,5 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts entsprechen", sagte de Boer, der den Bericht "Investment und Finanzströme gegen den Klimawandel" vorstellte. 

"Wichtig ist, intelligente Mechanismen zu finden, die das Geld tatsächlich auch in den Bereich lenken, der heute für das Kapital noch unattraktiv sind", so de Boer. Vier Fünftel der notwendigen Summe sollten vom Privatsektor aufgebracht werden, öffentliche Gelder dagegen hauptsächlich innovative Technologien fördern, die im Wettbewerb noch nicht überlebensfähig sind. Und zwar so lange, bis sie konkurrenzfähig sind. Von den rund 300 Milliarden Euro, die jedes Jahr weltweit im Energiesektor investiert werden, müssten nach Berechnungen des Klimasekretariats ein Drittel in erneuerbarer Energien umdirigiert werden. De Boer rief die Politiker auf, klare und langfristige Klimaschutzvorgaben zu machen, "damit Unternehmer sich darauf einstellen können".

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