Erster Entwurf für Abschlusserklärung von Bali

Zur Halbzeit der Klimakonferenz auf Bali hat die Tagungsleitung einen ersten Entwurf der Abschlusserklärung verteilt. Das noch vertrauliche Papier enthält laut Agenturberichten konkrete Ziele für die Reduktion von Treibhausgasen. Demnach werde die Empfehlung von Wissenschaftlern anerkannt, dass die Kohlendioxid-Emissionen in Industrieländern bis 2020 um 25 bis 40 sinken müssen, wenn der globale Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius bleiben soll. Zu dem Verhandlungsprozess über neue Klimaschutz-Vereinbarungen für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls, der auf Bali beschossen werden soll, sind in dem Papier mehrere Optionen erwähnt. 

Über das Papier beginnen nun Beratungen. Kommende Woche werden die Umweltminister der Verhandlungsstaaten auf Bali erwartet, damit dürfte die Konferenz nach den Beamtenrunden der ersten Woche in ihre entscheidende Phase treten.Der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, äußerte sich optimistisch: "Ich beobachte den starken Willen, hier zum Erfolg zu kommen." Ähnlich äußerten sich auch Umweltschützer: "Generell sind wir zufrieden", sagte Stephan Singer von der Umweltstiftung WWF. "Vor allem haben wir Bewegung bei den Entwicklungsländern gesehen, China, Brasilien und Südafrika. Sie haben deutlich gemacht, dass sie bereit sind, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten." Enttäuscht äußerte Singer sich, dass die Industrieländer noch nicht mehr Mittel für den Technologietransfer und die Anpassung der Entwicklungsländer an den Klimawandel bereitgestellt haben. 

Auch die Europäische Union lobte die Rolle Chinas auf der Bali-Konferenz. EU-Delegationsleiter Artur Runge-Meyer sagte der Nachrichtenagentur epd, das Land setze die Politik fort, die im Sommer zu einem nationalen Klimaschutzprogramm geführt habe. Peking habe die Risiken der Erderwärmung für das eigene Land erkannt, etwa durch die Abhängigkeit von versiegenden Wasserquellen im Himalaya. Die EU verlange nicht, dass sich China schon jetzt zu einer Senkung seiner Treibhausgas-Emissionen verpflichte - wohl aber zu einer Steigerung der Energieeffizienz. 

Demonstrationen am Klimaaktionstag  

Währenddessen haben heute weltweit am Globalen Klimaaktionstag hunderttausende Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. In Deutschland beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter, der Klima-Allianz , etwa 10.000 Leute an Demonstrationen in Berlin und am Bauplatz des RWE-Braunkohlekraftwerk Grevenbroich-Neurath (NRW), aber auch bei dezentralen Aktionen u.a. inMünchen, Freiburg, Mainz, Hannover, Nürnberg und Saarbrücken. 

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