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Vatikan ruft zur Dekarbonisierung auf

Der Botschafter des Papstes auf der Klimakonferenz in Paris fordert ein Klimaziel "unter zwei Grad". Kardinal Peter Turkson sagte, selbst wenn man eine Beschränkung der Erderwärmung auf 1,5 Grad erreichen würde, wäre das zu viel für die kleinen Inselstaaten. Zusätzlich zu dem Temperaturziel sei "ein echtes Bekenntnis für eine Dekarbonisierung der Welt bis zur Mitte des Jahrhunderts nötig", so Turkson.

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Der Botschafter des Papstes auf der Klimakonferenz in Paris: Kardinal Peter Turkson. (Foto: von Brackel)

Statt auf eine Regulierung des CO2-Ausstoßes durch Marktmechanismen wie einen Emissionhandel setzt Turkson auf das Handeln jedes Einzelnen. "Nötig ist eine Änderung des Lebensstils, eine neue, ökologische Verhaltensweise", sagte er. "Nötig ist eine Hingabe mit dem Herzen." Dann würden etwa die Finanzzusagen automatisch kommen.

Auf die Frage, was Gott bei einem menschengemachten Problem wie dem Klimawandel überhaupt tun könne, sagte Turkson: "Wir können nicht die Liebe zu Gott bekennen, wenn wir zerstören, was Gott gemacht hat."

Mitte Juni hatte Papst Franziskus seine Umweltenzyklika "Laudato Si" vorgelegt, in der er die Erkenntnisse der Wissenschaft über den Klimawandel verteidigte und die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas, den Konsumstil des Westens und den Raubbau der Industrieländer am Süden und an den Armen anprangerte. Von einer "Spirale der Selbstzerstörung" hatte Franziskus gesprochen.

klimaretter.info/bra

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