Schwerpunkte

G20 | Trump | Effizienz

Deutschland will Lachgas stoppen

Die Bundesregierung möchte dazu beitragen, die weltweiten Lachgas-Emissionen, die bei der Düngemittel-Produktion anfallen, zu stoppen. Wie das Bundesumweltministerium am Freitag mitteilte, sollen so bis 2020 weltweit mehr als 200 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden. Dazu soll am 7. Dezember auf einer Nebenveranstaltung der Klimakonferenz in Paris ein "Klimaaktionsbündnis Salpetersäure" vorgestellt werden – denn Lachgas entsteht unter anderem bei der Herstellung von Salpetersäure für die Düngemittel-Produktion.

Bild
Bei der Herstellung von Kunstdünger entsteht als Nebenprodukt Distickstoffmonoxid, das sogenannte Lachgas. (Foto: Eutrophication & Hypoxia/Flickr)

Ziel der Initiative ist es, alle Anlagen zur Herstellung von Salpetersäure bis 2020 mit neuer Technik auszustatten, die den Lachgas-Ausstoß entscheidend vermindert. Die Kosten sollen sich nach Angaben des Umweltministeriums auf gerade mal ein bis drei Euro pro vermiedener Tonne Kohlendioxid-Äquivalent belaufen. Von der Initiative sollen vor allem Entwicklungsländer profitieren, in denen die entsprechenden Technologien häufig noch nicht vorhanden sind.

Die Partnerländer sollen neben Informationen und Beratung auch finanzielle Unterstützung bekommen. Das soll allerdings im Rahmen des umstrittenen Clean Development Mechanism (CDM) geschehen, einem sogenannten flexiblen Mechanismus, der im Kyoto-Protokoll als Teil des Emissionshandels verankert ist. Die norwegische Regierung unterstütze die Initiative durch ihr CO2-Zertifikate-Programm, heißt es auf der Internetseite des Bundesumweltministerium. Bisher ist dies der einzige Partner.

Salpetersäure wird weltweit für die Produktion von Düngemitteln eingesetzt. Bei der Produktion der Stickstoffverbindung entsteht jedoch auch Distickstoffmonoxid – allgemein als Lachgas bekannt. Das Treibhausgas ist rund 300-mal so klimaschädlich wie Kohlendioxid. Dabei ist die Landwirtschaft nach Angaben des Umweltbundesamtes für 77 Prozent der Lachgas-Emissionen verantwortlich.

klimaretter.info/as

Alle Beiträge zur COP 21 in Frankreich
finden Sie in unserem Paris-DossierBild

[Erklärung]  
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen