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Klima-Finanzierung: Stoltenberg löst Brown ab

Norwegens Premierminister Jens Stoltenberg nimmt den Platz des ehemaligen Premierministers Gordon Brown in der UN-Arbeitsgruppe zum Nord-Süd-Finanzausgleich ein. Das gab UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Sonntag bekannt. Es geht um die sogenannte Klimabeihilfen, also jene historische Schuld, die etwa weite Teile Afrikas bereits heute zum Opfer der Erderwärmung macht. Gemeinsam mit Äthiopiens Premierminister Meles Zenawi sitzt Stoltenberg nun der AGF (High-level Advisory Group on Climate Change Financing) vor, die bis zum Klimagipfel in Mexiko konkrete Vorschläge für die Finanzierung von Geldern zur Unterstützung von Entwicklungsländern bei Klimaschutz und Anpassung vorlegen soll.

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Im April kam die AGF in der Londoner Downing Street zusammen. Demnächst wird auch nach Oslo geladen. (Foto: Regierung Norwegen)

Die Klima-Hilfen gelten als ein wesentlicher Knackpunkt der UN-Verhandlungen um einen neuen Weltklimavertrag. In Kopenhagen hatten die reichen Länder 30 Milliarden US-Dollar an Klima-Soforthilfen bis 2012 zugesagt. Langfristig wird der Bedarf bei mindestens 100 Milliarden US-Dollar jährlich bis 2020 wesentlich höher eingeschätzt. Unklar ist dabei nicht nur, wie die nötigen Gelder im öffentlichen und privaten Sektor generiert werden, sondern auch wie sie verwaltet werden sollen. UN-Generalsekretär Ban hatte die AGF unter dem Vorsitz von Brown und Zenawi im vergangenen Februar ins Leben gerufen. Mitglieder der Arbeitsgruppe sind auch Guyanas Präsident Bharrat Jagdeo, einige Minister und Offizielle der Zentralbank sowie weitere Finanz- und Entwicklungsexperten.

197449-norwayBrown geht, Stoltenberg kommt. (Foto: UN)

Gordon Brown war Anfang Mai bei den Parlamentswahlen in Großbritannien als Premier abgewählt worden. Der neue britische Premierminister David Cameron wolle die Arbeit der Gruppe weiter unterstützen, so ein Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, und habe den neuen britischen Energie- und Klimaminister Chris Huhne als Mitglied der AGF nominiert.

Norwegens Premier Jens Stoltenberg sagte am Sonntag, "die Sicherung der Klima-Beihilfen für arme Länder ist entscheidend für den weiteren Verlauf der Verhandlungen". Stoltenberg war erst in der vergangenen Woche Gastgeber einer Konferenz zum Klima- und Waldschutz, bei der mehr als 50 Länder eine globale Partnerschaft zur Bekämpfung der Entwaldung vereinbart hatten.

© wir-klimaretter.de/sam

Mehr zur Klimakonferenz in Bonn in unserem Dossier

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