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NGOs legen Kopenhagen-Abkommen 1.0 vor

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aus Bonn SARAH MESSINA

4.000 Delegierte und Interessenvertreter palavern, und es bleiben nur noch 182 Tage bis Kopenhagen. Wärend die Klimadiplomaten über Formulierungen brüten und Klammern im Entwurf für einen Verhandlungstext setzen, haben Klimaschützer nun einen eigenen Entwurf für ein Kopenhagen-Abkommen vorgelegt. Und damit gezeigt, wie es geht. 

Oder zumindest gehen könnte: Gut ein halbes Jahr haben die Klimaexperten von Organistaionen wie Germanwatch, Greenpeace oder WWF an dem gemeinsamen Vorschlag für ein rechtsverbindliches Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls gearbeitet. Das Ergebnis ist ein 140-seitiges Dokument, das am Rande der UN-Klimakonferenz in Bonn vorgestellt wurde und „eine Messlatte für die deutsche Regierung und alle Staaten" sein soll, die bis zum Ende des Jahres den Text für eine Kopenhagen-Vereinbarung aushandeln müssen.

„Der gemeinsame Entwurf zeigt, wie ein faires und rechtsverbindliches Abkommen in Kopenhagen erreicht werden kann", sagt Regine Günther vom WWF Deutschland. Auch die Interessenskonflikte zwischen wohlhabenden und armen Nationen glauben die NGOs gelöst zu haben.

Auf der Basis der Wissenschaft wurde für das NGO-Abkommen ein weltweites Kohlenstoffbudget bestimmt, das auf die Länder verteilt wird. Die Gruppe der Industrieländer - allen voran die USA - wird mit einer Senkung ihres Treibhausgasausstoßes um 40 Prozent gegenüber 1990 bis 2020 in die Pflicht genommen. Bis 2050 sollen es mindestens 95 Prozent sein. Auch Entwicklungs- und Schwellenländer sollen einen angemesssenen Beitrag leisten.

Vor allem aber sieht der Kopenhagen-Vertrag der NGOs ein umfangreiches Anpassungspaket durch vorhersagbare Finanzunterstützung und einen internationalen Versicherungsmechanismus für die besonders verletzlichen Regionen vor. Außerdem soll ein politischer Prozess für die Kompensation von langfristigen Kimaschäden gestartet werden. Zwischen 2013 und 2017 sollen die Industrieländer jährlich mindestens 115 Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

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Nachhilfe in Sachen Kopenhagen-Abkommen verschreiben auch andere Umweltaktivisten den Delegierten in Bonn

"Am stärksten betroffen von den Folgen des Klimawandels sind die, die kaum zum Klimawandel beigetragen haben", sagt Christoph Bals von Germanwatch. Dieses Länder müssten dringend Unterstützung erhalten. Das Kopenhagener Abkommen könne der Startpunkt für massive Investitionen in Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Anpassungstechnologien sein. Und damit ein wichtiger Schritt, um gleichzeitig die Klimakrise, die Wirtschaftskrise und die drohende Energiekrise zu bekämpfen.

Das Kopenhagen-Abkommen der NGOs enthält in einem zweiten Teil starke Maßnahmen für den Weg in eine Kohlendioxid arme Gesellschaft der Entwicklungsländern. Die Industrienationen müssen auch für diesen Weg zahlen.

Im Zentrum des Vertrags stehe der Schutz des Klimas und damit den Schutz unseres Planeten und seiner Bewohner, so Martin Kaiser von Greenpeace. Genau das erwarte man jetzt von Bundeskanzlerin Merkel, Präsident Obama und allen anderen Regierungen: "Was wir jetzt brauchen, ist der politische Wille, diesen Text als Grundlage zu nutzen, um das Klimaabkommen fertig zu stellen, das die Welt zum Überleben braucht."

Das Dokument "A Copenhagen-Treaty Version 1.0" in voller Länge und als Zusammenfassung finden sie HIER

Zurück zum Dossier: Weltklimakonferenz in Bonn  

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