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Klima-Aktionstag in Bonn

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aus Bonn LUISE NEUMANN-COSEL

Zur Halbzeit der Weltklimakonferenz der UN fand in Bonn ein Aktionstag für den Klimaschutz statt. Die großen Umweltorganisationen hatten sich schon vor Wochen zusammengetan, um mit diesem Tag Druck auf die Delegierten der UN-Konferenz auszuüben, die derzeit ein Kyoto-Nachfolgeabkommen vorbereiten sollen. 

Dazu fanden am Samstag zahlreiche Aktionen in der Bonner Innenstadt statt. Gegen Mittag versammelten sich mehrere Hundert Aktivisten in den Rheinauen nahe des Konferenzzentrums, um ein riesiges menschliches Ausrufezeichen zu formen.

Trotz Regen und Temperaturen, die nicht unbedingt an einen globalen Temperaturanstieg denken ließen, kamen viele der jungen Besucher der UN-Konferenz, um an der Aktion teilzunehmen. Neben zahlreichen Klimaschützern, die vor allem aus den USA und ganz Europa angereist waren, waren auch einige Bonner in die Rheinaue gekommen. Viele der Lobbyisten aber, die auf der Konferenz für die Umweltverbände arbeiten, waren daheim geblieben.

In weiße Papieranzüge und grüne Helme gekleidet formten die Aktivisten ein riesiges Ausrufezeichen, mittels eines gemieteten Krans wurde die Presse in die richtige Höhe geschafft, um Luftbilder machen zu können. Bis alle drei Kamerateams und die zahlreichen Fotografen genug Aufnahmen gemacht hatten, harrten die Demonstranten im Regen aus.

 Die drei Worte "Yes we can", um die das Ausrufezeichen errichtet wurde, riefen einiges Murren unter den Teilnehmern hervor. "Das klingt wie Obama und dabei ist der doch mit verantwortlich dafür, dass es hier so wenig voran geht!", sagte ein Demonstrant. Die Delegation der USA verweigert in den Verhandlungen um ein internationales Klimaschutzabkommen konkrete Reduktionszusagen, sollten nicht Schwellenländer wie China und Indien ebenfalls Emissionsreduzierungen in Aussicht stellen.

 Im Anschluss an die Aktion zogen die Teilnehmer in Richtung des nahe gelegenen Maritim-Hotel, in dem die Konferenz stattfindet. Auf Transparenten und Schildern forderten sie "Klimagerechtigkeit jetzt!" und wiesen erneut auf den dringenden Handlungsbedarf hin. Die Demonstration endete mit einer Kundgebung unmittelbar vor dem Konferenzgebäude. Germanwatch-Geschäftsführer Christoph Bals forderte einen weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien, mit der Klima-, Finanz- und Energiekrise gleichermaßen zu lösen sein. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Demonstration allerdings schon zunehmend unter dem schlechten Wetter leiden müssen: Nur noch wenige Teilnehmer folgten den Redebeiträgen bis zum Schluss.

Parallel zu den Aktionen veranstalten mehrere Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, darunter mehrere kirchliche Netzwerke, eine Konferenz zu den entwicklungspolitischen Folgen des Klimawandels in der Bonner Innenstadt. Unter dem Motto "Was muss in Kopenhagen für die Verletzlichsten dieser Welt getan werden?" wurden zahlreiche Filme gezeigt und Podiumsdiskussionen veranstaltet.

FOTOS: ROBERT VAN WAARDEN/SPECTRAL Q, JUDITH ORLAND/OXFAM DEUTSCHLAND, YOUNG FRIENDS OF THE EARTH EUROPE

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