Weltmacht will keine Weltklima-Regierung
Die USA haben die Forderung der G77-Staaten zurückgewiesen, die Finanzmittel aus dem Anpassungsfonds über das Sektretariat der UN-Klimarahmenkonvention zu verteilen. Das in Bonn ansässige Klimasekretariat solle nicht zu einer Art "klimapolitischer Weltregierung" gemacht werden, hieß es aus der US-Delegation.

Hier ist Anpassung notwendig: Zunehmende Dürre in Vietnam gefährdet die Reisernten. Foto: Reimer
Die Frage, wie die Milliarden für Anpassung verwaltet und verteilt werden sollen, ist eine der zentralen Fragen auf dem Bangkoker Gipfel. Die Industriestaaten bevorzugen den Fonds an einem Unterprogramm der Weltbank anzusiedeln, um so etwa den Zugriff durch korrupte oder despotische Staaten unterbinden zu können.
Das wiederum stößt seit dem Klimagipfel in Poznan auf heftigen Widerstand der Entwicklungsländer. Sie fürchten, nicht frei über die ausschließlich für sie bestimmten Mittel verfügen zu können, sondern Auflagen erfüllen zu müssen - so wie bei Weltbankgeldern. Dort hatten solche Auflagen häufig zum sozialpolitischen Kahlschlag geführt.
Sudans Botschafter Lumumba D’Aping warf als Sprecher der "G77" den Industriestaaten "Klimatotalitarismus" vor: "Den entwickelten Staaten geht es um die Sicherung ihrer wirtschaftlichen Überlegenheit für die nächsten Jahrzehnte statt um eine gerechte Welt für alle". Ohne verbindliche Zusagen über Höhe und Funktionalität des Finanzpaketes "wir es mit den Entwicklungsländern keinen Deal in Kopenhagen geben", warnte D’Aping.
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