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Zukunft statt Kohle! 5-Minuten-Info

aufkleber_kohle.gifEs steht viel auf dem Spiel: Vor allem die vier dominierenden Energiekonzerne E.on, EnBW, RWE und Vattenfall wollen in Deutschland den Neubau von mehr als 20 Kohlekraftwerken durchsetzen. Das Klimaschutz-Ziel der Bundes­regierung, bis 2020 (gegenüber 1990) 40 Prozent weniger CO2 auszustoßen, ist so nicht zu erreichen. Stattdessen würde eine ineffiziente Stromerzeugung aus fossilen Energien auf Jahrzehnte zementiert. Dies müssen wir verhindern!

 

Wir brauchen eine konsequente Wende hin zu einer klimafreundlichen Stromerzeugung, die auf Erneuerbaren Energien und effizienten Gaskraftwerken und nicht auf Kohle- und Atomkraft beruht. Dies ist eine Generationenaufgabe. Unsere Politiker/innen müssen jetzt die Weichen für eine nachhaltige Energiezukunft stellen, statt noch eine neue Generation von Kohle- und Atomkraftwerken zuzulassen, die dann bis über die Mitte dieses Jahrhunderts hinaus betrieben würde.

 

Mit einem weiteren Zubau von Kohlekraftwerken setzen die Energiekonzerne auf eine Dinosaurier-Technologie:

 

  • Die Verbrennung von Kohle ist die klimaschädlichste Form der Stromerzeugung: Für jede mit Braunkohle hergestellte Kilowattstunde Strom wird bei Neuanlagen 950 Gramm CO2 freigesetzt. Kommt Steinkohle zum Einsatz, entstehen immer noch 750 Gramm, mit Erdgas hingegen lediglich 350 Gramm.
  • Die geplanten Anlagen nutzen nur etwas mehr als 40 Prozent der Energie, die in der Kohle steckt. Deutlich über die Hälfte der Energie geht als Abwärme verloren. Moderne Gas- und Dampf­turbinenanlagen erzielen einen Wirkungsgrad von 58 und mehr Prozent. Kommen dezentrale Heizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung zum Einsatz, lassen sich der sogar mehr als 90 Prozent der Brennstoffenergie nutzen. Denn bei diesen kann die Abwärme zum Heizen oder als Prozesswärme in der Industrie genutzt werden.
  • Großkraftwerke auf Basis von Kohle oder Uran lassen sich in ihrer Leistung nicht flexibel auf die wetterbedingt schwankende Stromerzeugung aus Wind und Sonne anpassen. Dies gelingt nur mit gut regelbaren Gaskraftwerken. Kohlekraftwerke hemmen damit den Ausbau Erneuerbarer Energien.
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Die Kohlelobby behauptet, mit neuen Kohlekraftwerken würde bald kein CO2 mehr in die Atmosphäre freigesetzt. Deutschland werde bei seiner Energieversorgung unabhängig. Einige argumentieren, nur mit neuen Kohlekraftwerken sei der Atomausstieg möglich. Diese Argumente halten einer Prüfung nicht stand:

  1. CO2-freie Kraftwerke nur Wunschvorstellung Viel diskutiert werden Verfahren zur Abtrennung und Einlagerung von CO2 (Carbon Capture & Storage, CCS). Doch diese Technologien befinden sich erst in der Entwicklungs- oder Testphase: Ihre Realisier­barkeit ist offen. Selbst nach den Behauptungen der Energie­konzerne ist mit einer Marktreife früh­estens 2020 zu rechnen (Mehr bei wir-klimaretter.de). Auf Basis von Wunschdenken darf der Neu­bau von Kohlekraftwerken nicht beschlossen werden.
  2. Kohle garantiert keine Versorgungssicherheit Ein großer Teil der neuen Kraftwerke soll mit Stein­kohle betrieben werden. Der hiesige Abbau läuft aber 2018 aus, so dass Deutschland dann von Stein­kohleimporten so abhängig sein wird wie von Erdgasimporten. Langfristig kann Versorgungssicherheit am besten durch den konse­quenten Umstieg auf Erneuerbare Energien gewährleistet werden (Mehr bei Eurosolar).
  3. Atomausstieg weiter möglich Für den Ausstieg aus der Atomkraft ist der Neubau von Kohlekraftwerken nicht notwendig. Die mit Atomkraft produzierte Strommenge kann durch den Zubau hocheffizienter Gaskraftwerke, die Strom und Wärme gleichzeitig bereitstellen, durch Erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz ersetzt werden (Studie der DUH / Studie Umweltbundesamt bei wir-klimaretter.de).
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Bisher hat die Lobby der Energiekonzerne wirksame Schritte der Politik gegen den Neubau von Kohlekraftwerken verhindert. Sie hat insbesondere dafür gesorgt, dass das Europäische Emissionshandelssystem bisher keine Hürde gegen die Neubaupläne ist. Die Verschmutzungsrechte werden großenteils kostenlos den Konzernen zur Verfügung gestellt. Ein viel zu hohes Angebot an Emissions­zertifikaten hat deren Preis zudem massiv fallen lassen. Deshalb muss die Bundesregierung jetzt auf nationaler Ebene wirkungsvolle Schritte gegen neue Kohlekraftwerke unternehmen.

Damit keine Kohlekraftwerke, sondern nur noch effiziente und Klima schonende Anlagen gebaut werden, muss die Politik

  • im Anlagen­zulassungsrecht einen elektrischen Mindestwirkungs­grad für Neuanlagen von 58 Prozent festlegen, der entsprechend dem Grad der Abwärmenutzung anzupassen ist. Dies gelingt real nur in modernen, gasbefeuerten Kraftwerken. (Details im Hintergrundpapier der DUH)
  • beim Kraftwerksneubau die Verwendung von Abwärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, durch Kraft-Wärme-Kopplung vorschreiben (KWK-Pflicht).
  • für bestehende Kohlekraftwerke niedrigere, jedoch langsam ansteigende Mindestwirkungsgrade festlegen, die für eine schrittweise Abschaltung oder zwischenzeitliche Ertüchtigung der besonders klimaschädlichen Altanlagen sorgen.

Die Politik muss jetzt den fatalen Neubau konventioneller Kohlekraftwerken stoppen – und so die Fortsetzung der eingeleiteten Energiewende ermöglichen!

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Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
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