De Boer: Türen öffnen für Kopenhagen
In Barcelona hat die letzte Verhandlungsrunde der UN vor Kopenhagen begonnen. Bereits in fünf Wochen soll in Dänemark ein neues Klimaabkommen verabschiedet werden. In Spanien muss dafür eine "solide Grundlage" geschaffen werden, sagt UN-Klimasekretariatschef Yvo de Boer.
Barcelona Climate Talks: Letzter Schritt auf dem Weg nach Kopenhagen. (Foto: UNFCCC)
Die Zeit ist knapp: In 34 Tagen findet in Kopenhagen der entscheidende Klimagipfel zur Nachfolge des Kyoto-Protokolls statt. "Wir haben in Barcelona nur fünf Verhandlungstage um einen Erfolg in Kopenhagen auf den Weg zu bringen", warnt de Boer. Der ist zwar "überzeugt, dass das gelingen kann", weist zu Beginn der Gespräche in Spanien aber auch auf die Defizite im bisherigen Verhandlungsverlauf hin. Vor Wochenfrist hatte der UN-Klimasekretariatschef noch deutlich pessimistischer geklungen: Er sehe keine Chance mehr für ein verbindliches Abkommen in Kopenhagen, die Zeit sei zu knapp, so de Boer.
Nach Berechnungen des Weltklimarats müssen Treibhaus-Emissionen der Industrieländer bis 2020 um 25 bis 40 Prozent gegenüber 1990 und bis 2050 um mindestens 50 Prozent gesenkt werden, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden. Daran müssten sich die Angebote der reichen Länder orientieren: "Bislang sind die auf den Tisch gebrachten Zahlen jedoch eindeutig nicht ambitioniert genug", sagt der UN-Klimasekretariatschef.
Auch bei den Geldern für die armen Länder sei bislang nur über die Großenordnung notwendiger Finanzhilfen gesprochen worden, nicht jedoch über den genauen Beitrag der Industrieländer. Bis Kopenhagen müsse zumindest klar sein, mit wieviel Geld die Entwicklungsländer als Anschubfinanzierung sofort rechnen können.
Die Verhandlungen müssten in Dänemark zu einem rechtsverbindlichen Abschluss kommen, fordert de Boer: "In Kopenhagen muss die Tür zur Katastrophe entschieden zugeschlagen werden um die Tür zugunsten des Allgemeinwohls öffnen zu können". Zu einem Beschluss zu kommen sei zwar nicht einfach, sagt auch Connie Hedegaard, Klima- und Energieministerin des Gastgebers der COP 15 Dänemark: "Es würde aber auch im nächsten Jahr oder im Jahr danach nicht einfacher sein."
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