Kanadas Westen erlebt Waldbrand-Rekord

Kanadas westliche Provinz British Columbia erlebt ihre bislang schlimmste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen 1950. Bis Mitte August gingen 8.945 Quadratkilometer in Flammen auf – mehr als im bisherigen Rekordjahr 1958. Damals waren es in der gesamten Saison 8.570 Quadratkilometer. Die Saison dauert bis in den Herbst.

BildDie Satellitenaufnahme zeigt, wie viel Rauch die Waldbrände über British Columbia (links) erzeugen. Auch in den Northwest Territories (Mitte) gibt es viele Brände. (Grafik: NOAA/​NASA)

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr verbrannten in British Columbia durch 1.050 Brände insgesamt 1.002 Quadratkilometer, wie die Provinzbehörden in ihrem alljährlichen Waldbrandbericht festgehalten haben. In diesem Jahr ist also schon fast neunmal so viel verbrannt – und damit eine Fläche, die ungefähr einem Prozent der Gesamtfläche von British Columbia entspricht.

Der kanadische Teilstaat erlebt derzeit eine Rekord-Hitzewelle mit Temperaturen von mehr als 35 Grad Celsius, was die Gefahr von Waldbränden extrem erhöht hat. In vielen Orten mussten die Einwohner evakuiert werden. Zeitweilig waren es über 45.000 Menschen.

Seit Langem warnen Wissenschaftler, dass die Schwere und Ausdehnung von Waldbränden in Kanada stark zugenommen hat und mit fortschreitender Klimaerwärmung weiter zunehmen wird. Insgesamt brennen die borealen Wälder in den Taiga-Regionen der Erde heute doppelt so oft wie noch vor 500 bis 1.000 Jahren.

Boreale Wälder speichern rund ein Drittel des Kohlendioxids, das weltweit in Vegetation und Boden gebunden ist. Durch Waldbrände wird viel CO2 freigesetzt. Zudem entsteht auch Ruß, der bis nach Grönland zieht und dort das Rückstrahlvermögen der Eisflächen reduziert, sodass mehr Hitze aufgenommen und die Schmelze beschleunigt wird.

klimaretter.info/vk

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