Lausitzer Gemeinde Gubin lehnt Tagebau ab

In einem Volksentscheid haben sich die Bürger der westpolnischen Gemeinde Gubin gegen den Aufschluss eines Braunkohletagebaus nahe der deutschen Grenze ausgesprochen. Den 1.855 Stimmen gegen den Tagebau standen 874 Zustimmungen gegenüber. Auch der Bau eines Braunkohlekraftwerks mit einer Leistung von 2.400 Megawatt war hier geplant. Im Juni hatte bereits die südlich gelegene Gemeinde Brody in einem Volksentscheid gegen die Tagebaupläne in der Region votiert.  

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Wenig attraktiv: Der Ausblick nach Westen. Tagebau bei Guben. (Foto: Reimer)

"Das Referendum von Gubin schützt nicht nur die Grenzstadt Guben vor der Insellage, es macht auch den Tagebaubetroffenen auf deutscher Seite Mut," sagte René Schuster, Vertreter der Umweltverbände im Brandenburger Braunkohlenausschuss. Hätte die Erschliessung des Kohleflöz nun auch im Osten begonnen, wäre die Gemeinde von tiefen Kratern eingeschlossen gewesen. Im Westen befindet sich der Tagebau Jänschwalde - daher die "Insellage".

Auch auf der brandenburgischen Seite der Lausitz hatte sich im Frühjahr 2009 das Volksbegehren Keine neuen Tagebaue gegen die Ausweitung der Tagebaue Vattenfalls gewendet. Das notwendige Quorum konnte jedoch aufgrund der hohen Hürden im Land Brandenburg nicht erreicht werden.

Auf einer Gesamtfläche von mehr als 183 Quadratkilometern hätten die gesamten erkundeten Braunkohlevorräte in der Region Brody/Gubin etwa 3 Milliarden Tonnen betragen. Von den Umsiedelungen wären mehr als 2.000 Menschen aus mehr als 13 Orten betroffen gewesen. Hinter den Plänen stehen die polnische Konzerne PWE und Enea. An letzterem ist Vattenfall Europe mit einem Anteil von derzeit 18 Prozent beteiligt – eine Erhöhung dieses Anteils wird nicht ausgeschlossen.

Zwar hatten die politischen Vertreter der Region den Plänen der Konzerne bereits im vergangenen Jahr zugesagt, in der Gemeinde Brody regte sich jedoch kurz darauf Widerstand. Nach einem erfolgreichen Volksentscheid zog nun auch das nördlich gelegene Gubin nach. Die Grüne Liga Brandenburg begrüßte das Votum der Gubiner. "Dauerhaft geschlagen" seien die Konzerne PWE und Enea jedoch unter Umständen noch nicht.

[Erklärung]  
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