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Streit um Milliardenhilfen für Entwicklungsländer

Rund 100 Milliarden Euro müssen zur Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern gezahlt werden. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, geht das aus einem internen Expertenbericht für die EU-Finanzminister hervor. Ab 2030 müssen demnach zusätzlich 23 bis 54 Milliarden Euro für die Anpassung aufgebracht werden.

Einen großen Teil der Summe muss die EU aufbringen: Umstritten ist jedoch die Lastenverteilung. Während ein von den großen EU-Staaten unterstützter Vorschlag Dänemarks dazu eine Berechnung aus Wirtschaftswachstum, Treibhausgasemissionen und früherer Kohlendioxid-Einsparungen vorsieht, fordert unter anderem Polen eine Berechnung aufgrund der Finanzkraft eines Landes. Was die mittel- und osteuropäischen Mitgliedsstaaten mit geringer Wirtschaftskraft aber hohen Pro-Kopf-Emissionen bevorzugen würde.

"Im Falle eines globalen und umfassenden Abkommens steht die EU bereit, ihren Anteil für die internationale Unterstützungszusagen zu leisten", heißt es laut FTD im Entwurf der Schlussfolgerungen der Finanzminister für ihr Treffen am 9.Juni. Auf konkrete Zahlen will man offenbar jedoch zu diesem Zeitpunkt weiterhin nicht festlegen. Am 18. und 19. Juni beschäftigen sich auch die EU-Staats- und Regierungschefs mit dem Thema, sowie am 25. Juni die EU-Umweltminister.

Die Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern ist einer der größten Streitpunkte in den UN-Verhandlungen um ein neues Klimaschutzabkommen, die derzeit in Bonn fortgeführt werden. Und genau an dieser Stelle feststecken: Schwellenländer wie China fordern konkrete Zusagen der reichen Länder, bevor sie sich zu eigenen Verpflichtungen zur Begrenzung ihres Treibhausgasemissionen bereit erklären.

Mehr zur UN-Klimakonferenz in Bonn finden Sie HIER

[Erklärung]  
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