Kohlenstoffsenke Sumpf gefährdet

Sümpfe, Moore, Bruchwald, Feuchtwiesen, Auen und Schilfen binden Kohlenstoff. Die Zerstörung dieser Feuchtgebiete könnte die Klimaerwärmung beschleunigen. Davor warnen Wissenschaftler und fordern Gegenmaßnahmen, wie Medien berichten.

Feuchtgebiete binden bis zu 20 Prozent des auf der Erdoberfläche vorhandenen Kohlenstoffs – das entspricht dem Gehalt an Kohlendioxid in der Erdatmosphäre. Trocknen diese Ökosysteme aus, wendet sich das Blatt: 40 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar setzt ein ausgetrocknetes tropisches Feuchtgebiet frei. Und auch große Mengen des Treibhausgases Methan.

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Das südamerikanische Panatal ist durch Industrialisierung und Rodung stark gefährdet. Foto: Wikimedia  Commons

"Feuchtgebiete wirken wie Schwämme", sagt Wolfgang Junk vom Max-Planck-Institut für Limnologie. "Sie reinigen Wasser vor organischen Verschmutzungen, verhindern Überflutungen und schützen Flussufer sowie Seeküsten vor Erosion". Und nicht nur das: In den nährstoffreichen Lebensräumen tummelt sich außerdem eine Artenvielfalt wie in Korallenriffen oder den Regenwäldern. Den Schutz der Gebiete hält Junk für eine wichtige Strategie gegen den Klimawandel. Er betont, dass die Erhaltung von Feuchtgebieten billiger sei, als diese wiederherzustellen.

"Oft wurden Feuchtgebiete in der Vergangenheit als Problem angesehen", sagt Konrad Osterwalder, der Rektor der United Nations University in Tokio. "Jetzt zeigt sich aber, dass das eigentliche Problem die Austrocknung dieser Gebiete ist." 

Allein in Europa sind in den letzten 100 Jahren 90 Prozent der Feuchtgebiete zerstört worden. Weltweit sind es 60 Prozent. Neben der Entwässerung sind auch Verschmutzung, Kanalbau und Städteentwicklung für diesen Zustand verantwortlich. Die Experten halten zum Schutz der Feuchtgebiete langfristige Konzepte und Vereinbarungen zwischen den Staaten und Ländern für notwendig.

Seit dem 21. Juli tagt dazu die achte Internationale Feuchtgebiets-Konferenz. Am Rande eines der größten Binnenland-Feuchtgebiete, dem südamerikanischen Pantanal, erarbeiten 28 Nationen ihre Empfehlungen zum Erhalt des Klimaretters Sumpf.

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